Jahrgang 
110 (2007) / N.S. 61
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Chronik der Volkskunde

ÖZV LXI/ 110

täglichen Gebrauch, eine weitere mit ,, Pfeife, Trommel und Didgeridoo",wobei jeweils traditionelle Objekte der eigenen Sammlung, aber auch künst-lerische Auseinandersetzungen sowie Kinder- und Erwachsenenprogrammezum Einsatz kamen.

Ihre Kollegin Emese Joó präsentierte die mobile Ausstellung ,, Wasser-fest", die aus der Plastikausstellung heraus entstanden ist und an mehrerenOrten sozusagen direkt zu den Besucher/ innen gebracht wurde. Im Rahmendieses Projektes fanden zahlreiche Objekte aus Plastik Aufnahme in dieSammlung- wobei die Lagerung dieser Materialgruppe ein bis dato nochungelöstes Problem darstellt. Ebenso wurden deren, persönliche Ge-schichten anhand von Interviews dazu dokumentiert.

Die beiden nächsten Redner kehrten wieder verstärkt zum Thema ,, Kom-munikationsnetzwerke" bzw. Museumsfreundeskreise zurück: Heiner Her-zog schilderte den Werdegang des ,, Vereins zur Wiedereröffnung des Volks-kundemuseums von der Gründung im Jahr 2000 bis zu der vom Vereintatkräftig, ideell und finanziell unterstützten tatsächlichen WiedereröffnungEnde 2002. Dann erfolgte die Umbenennung in ,, Verein der Freunde desVolkskundemuseums" und die inhaltliche Umorientierung hin zu Infoarbeit,Organisation von Veranstaltungen, Publikationswesen, Kooperation mit an-deren Institutionen etc. Roswitha Orač- Stipperger berichtete im Anschlussüber die Geschichte des Museumsvereines ihres Hauses, der zwar bereits1883 gegründet worden war, jedoch keinerlei finanzielle oder praktischeUnterstützung leistete. Erst der zuvor vorgestellte Förderverein arbeitetzielstrebig an den Aktivitäten des Museums mit, ohne den Träger, das LandSteiermark, aus der Pflicht entlassen zu wollen. Sie bezeichnet den Vereinbzw. seine Funktionen als Sprachrohr des Museums, Multiplikator, Moti-vator, Feedback- und Ideenlieferant ,,, Reibebaum und nicht zuletzt finan-zieller Unterstützer, also ein ständiger, lebendiger und unverzichtbarerPartner und dies alles in klarer Abstimmung und harmonischer Koopera-tion mit dem Museum.

Den Abschluss dieses intensiven Tages bildete eine Führung durch dasVolkskundemuseum mit anschließendem Empfang auf Einladung desFreundesvereins.

Den nächsten Tag eröffnete Elisabeth Tietmeyer vom Museum Europäi-scher Kulturen in Berlin, das aus dem Zusammenschluss des 110 Jahre altenMuseums für( Deutsche) Volkskunde und der Europäischen Sammlung desEthnologischen Museums entstanden und Teil der Stiftung PreussischerKulturbesitz ist. Ähnlich wie in Wien liegt die Problematik hier vor allemin der übermächtigen Konkurrenz der bekannten Museen auf der Museum-sinsel im Zentrum der Stadt. Dem wird mit einer Reihe von Ausstellungs-und Veranstaltungsaktivitäten versucht entgegen zu wirken: Das durch die