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Durch die Einrichtung der Gerätehalle erkennt er die großen Lücken inder Pflugforschung und vertieft daher seine wissenschaftliche Arbeit aufdiesem Gebiet. Er befragt Gewährspersonen, wertet archivalische Quellenaus und erkundet die geographische Zuordnung der verschiedenen Pflugge-räte. Mit Akribie dokumentiert er funktionelle Details und hält deren orts-übliche Bezeichnungen fest. In Übersichtskarten belegt er die regionaleVerbreitung der einzelnen Gerätetypen. Aus diesen Fakten zieht er Rück-schlüsse auf Bodenbeschaffenheit, Anbaumethoden, Wirtschaft und Nah-rung. Die Ergebnisse seiner jahrelangen intensiven Forschungen publiziertKoren 1950 unter dem Titel ,, Pflug und Arl. Ein Beitrag zur Volkskunde derAckergeräte“. Die Arbeit findet unter europäischen Volkskundlern großeZustimmung und gilt noch heute als Musterbeispiel einer historisch orien-tierten Volkskunde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entstehen in verschiedenen Sparten derVolkskunde länderübergreifende Netzwerke. So treten Pflugforscher ausNord-, Ost- und Mitteleuropa sowie Nordamerika in intensiven Kontaktmiteinander; 1954 findet in Kopenhagen eine internationale Konferenz statt,deren Ziel die Vereinheitlichung der europäischen Pflugforschung ist. DieExperten diskutieren ein gesamteuropäisches Atlasprojekt, das die typolo-gischen Details der Pflüge kartographisch erfassen soll. Mit Hilfe dieserAtlanten will man die Volkskunde von einer eher spekulativen zu einerexakteren Wissenschaft machen. Hanns Koren, dessen umfassende Arbeit,, Pflug und Arl“ zu dieser Zeit schon vorliegt und international anerkanntist, zählt über Jahre zum Kreis der an diesem Vorhaben beteiligten Fachleute.Während Viktor Geramb in den 1930er Jahren mit der Konzeption desTrachtensaales beschäftigt ist, widmet sich Hanns Koren wie bereitserwähnt der Geräteforschung und richtet die unter dem Trachtensaalgelegene Gerätehalle ein. Als Mitarbeiter und Nachfolger von Gerambkommt Koren mit der Trachtenforschung nur wenig in Berührung. SeinePositionen zur Tracht markieren ein Spannungsverhältnis, das bis heute imUmgang mit Tracht spürbar ist. In seinen seltenen wissenschaftlichen Äuße-rungen zu diesem Thema legt Koren Wert auf die individuelle Haltung desEinzelnen. Denn schon zu seiner Zeit beherrschen rein formale Aspekte dieDiskussion in der Trachtenerneuerung.
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,, Nicht darauf kommt es an, ob das Schürzenband hinten oder vornegebunden wird, sondern darauf, ob das Kleid dem Menschen, seinem Standund Alter angemessen ist. Verstehen wir das Wort Tracht in seinem eigent-lichen Sinn, so wird es uns viel häufiger begegnen, als wir meinen." 5
5 Koren, Hanns: Volkskunde in der Gegenwart. Graz 1952, S. 89.