Aufsatz in einer Zeitschrift 
Heimatsache : eine Spurensuche zum 100. Geburtstag von Hanns Koren
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als Universitätslehrer konnte er aber bald eigene Akzente setzen. Auf seinewissenschaftliche Laufbahn zurückblickend, bezeichnet sich Hanns Koren1972 als einen, ,, dessen Jugendliebe und vorerst glückliche Ehe mit derVolkskunde allmählich in ein, g'schlampertes' Verhältnis ausgeartet ist ,,. ²

Viktor Geramb( 1884–1958), der Gründer des Volkskundemuseums underste Ordinarius für Volkskunde an der Universität Graz ist die zentralePersönlichkeit im volkskundlichen Werdegang von Hanns Koren. Er ist fürihn schon seit den frühen 1920er Jahren ein Begriff, als dieser im Haus vonHans Klöpfer, dem Arzt seines Heimatortes Köflach, öfter zu Besuch weiltund in der Weststeiermark seine Sammlungswanderungen unternimmt. Sobelegt später der junge Student der Germanistik aus Interesse Vorlesungenbei dem ihm vertrauten Gelehrten und legt 1932 als erster Kandidat beiGeramb das Nebenrigorosum in Volkskunde ab. Auch während KorensSalzburger Jahren besteht ein reger Kontakt zwischen den beiden und von1936 bis 1949 sammelt Koren Berufserfahrung am Volkskundemuseumunter Gerambs Leitung. In den Kriegsjahren setzt sich Viktor Gerambvehement für seinen Mitarbeiter ein und kann ihn vorübergehend aus demKriegsdienst zurück ans Museum holen. Wie für seinen Lehrer ist auch fürHanns Koren die wissenschaftliche Arbeit im Museum und an der Universi-tät eine Einheit. Er habilitiert sich bei Geramb, unterstützt diesen ab 1946im Lehrbetrieb und folgt ihm in logischer Konsequenz 1955 als Ordinariusfür Volkskunde. Für die Nachfolge in der Leitung des Volkskundemuseumssieht Viktor Geramb ebenfalls seinen Schüler vor und setzt große Hoff-nungen in dessen Fähigkeiten:

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, Korens ausgezeichnete Begabung für Raumgestaltung erfüllt mich mitvoller und froher Zuversicht. Möge er alles so schön und neu gestalten, wieer es bei der Gerätehalle getan hat. Und möge er sich dabei von niemandem,auch von mir nichts dreinreden lassen! Einer künstlerischen Gestaltung.und das ist ein gutes Museum- darf man nicht dreinreden! Sie muss einermachen, der dafür das Zeug hat. Und Koren hat es." 3

Hanns Korens Tätigkeit am Steirischen Volkskundemuseum- immerhin27 Jahre verläuft in höchst unterschiedlicher Intensität und ist schon nachwenigen Jahren, bedingt durch Maßnahmen des NS- Regimes sowie den 2.Weltkrieg, von mehreren Zäsuren geprägt. Nach Kriegsende folgen Jahregroßer Schaffenskraft und konzentrierter wissenschaftlicher Arbeit, Habili-

2 In seiner Ansprache anlässlich der Feierstunde zum 60. Geburtstag von LeopoldSchmidt, am 9. März 1972 in Wien.

3 Im sogenannten ,, Geramb- Testament", publiziert und kommentiert von MariaKundegraber: Viktor von Geramb an seine Nachfolger. Ein Beitrag zur Geschich-te des Steirischen Volkskundemuseums. In: Blätter für Heimatkunde, hg. vomHistorischen Verein für Steiermark, 58. Jg., Heft 1, Graz 1984, S. 12.