Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde109 (2006) / N.S. 60Schweiger, Tobias: Zur Repräsentation von „Landschaft“, „Kunst“ und „Volkskultur“ in Österreich-Bildbänden der Nachkriegszeit

  
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Zur Repräsentation von „Landschaft“, „Kunst“ und „Volkskultur“ in Österreich-Bildbänden der Nachkriegszeit
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Tobias Schweiger

ÖZV LX/ 109

Kunst harmonisch vereint. Die Landschaft ist dabei die Dominante. Siebestimmt nicht nur die äußere Erscheinung, sondern auch den Charakter,sie ist das Grundelement, das Leitmotiv gleichsam, das alle anderen Sätzedieses Musikstücks beherrscht." 24

Landschaftliche Vielfalt in Bild und Text

Neben der bildlich dargestellten und in den Texten beschworenen Koali-tion aus Landschaft/ ,, Natur und Menschenwerk/ Kunst/ Kultur( Archi-tektur) wird in den Bildbänden nicht nur die Schönheit, sondern auchdie Vielfalt der österreichischen Landschaft betont. Es gibt kaum einenText in den Bildbänden, in dem diese Vielfalt nicht angesprochen wird.Eduard Widmoser etwa meint in ,, Österreich. Landschaft, Mensch undKultur: ,, Österreichs Naturschönheiten sind wohlbekannt. Auf klein-stem Raume finden sich reizvoll die verschiedenartigsten Landschafts-formen" worauf eine Aufzählung ebendieser erfolgt:

,, In Vorarlberg greifen die Ostalpen mit ihren vielen Gletschern, Kämmenund Ketten auf österreichischen Boden über. Sie beherrschen Vorarlberg,Tirol, Salzburg und Kärnten, streifen Ober- und Niederösterreich, um endlichin der reizvollen Landschaft des Wiener Waldes auszuklingen. Südlich derDonau lagert sich dem gewaltigen Hauptzuge der Alpen das hügelreicheAlpenvorland vor, das mit seinen vielen Burgen und Schlössern das gelassenhinziehende breite Band der Donau säumt. Nördlich des Stromes breitet sichdas etwas schwermütig wirkende, waldreiche Mühl- und Waldviertel unddas heitergestimmte Weinviertel aus. Im Osten bildet kontrastreich die weitePannonische Tiefebene, im Süden das reich bewaldete Hügelland der, Grü-nen Steiermark' den Abschluß des weitgespannten Alpenbogens. ZahlreicheFlüsse und Flüßchen dieser Landschaften einen sich im Donaustrome, dersie in majestätischer Ruhe dem Schwarzen Meere zuführt.

Man könne, so der Autor resümierend ,,, in Österreich alle Formen derNaturschönheit erleben: Das ewige Eis der Dreitausender, das Gründer Waldeinsamkeit, stürzende Wasserfälle, völkerverbindendenStrom, pittoreskes Felsgeklüft, träumende Seen, Weinhügel über Vul-kangestein und saatgoldene Weite".25

24 Feuchtmüller, Rupert:[ Vorwort]. In: Österreich. Ein Bildwerk. Mit einem Vor-wort von Dr. Rupert Feuchtmüller. München- Pullach o.J.[ 1954], o.S.

25 Widmoser, Eduard: Das ist Österreich. Ein Blick auf seine Lage, Geschichte undKultur. In: Österreich. Landschaft, Mensch und Kultur( wie Anm. 2), S. 3-5, hierS. 3.