Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde109 (2006) / N.S. 60Schweiger, Tobias: Zur Repräsentation von „Landschaft“, „Kunst“ und „Volkskultur“ in Österreich-Bildbänden der Nachkriegszeit

  
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Zur Repräsentation von „Landschaft“, „Kunst“ und „Volkskultur“ in Österreich-Bildbänden der Nachkriegszeit
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2006, Heft 4

Österreich- Bildbände der Nachkriegszeit

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Doch auch wenn weite Bereiche wie österreichische Politik undZeitgeschichte weitgehend ausgespart blieben: Österreich- Bildbändeerhoben stets den Anspruch, Österreich gleichsam, ganzheitlich"darzustellen. 13 Mit den Bereichen Landschaft, Kunst und Volkskulturschienen die dazu wichtigsten Bereiche abgedeckt; andere Themenwurden in den Bildbänden nur fallweise und dann eher am Randeabgehandelt.

1. Landschaft

Landschaft( en) zur nationalen Repräsentation heranzuziehen hat lan-ge Tradition. In Zusammenhang mit den Nationsbildungsprozessender letzten 200 Jahre kam der Landschaft eine nicht unwesentliche( politische) Rolle zu, geht es doch bei der ,, Bestimmung eines unver-wechselbaren kulturellen Erbes nicht nur um die ,, Schaffung einerHochsprache und die( Re-) Konstruktion einer geschichtlichenGlanzzeit, sondern auch um die Kreierung einer, typische[ n] Land-schaft". Deren Stellenwert variiert zwar in den jeweiligen nationa-len Symbolsystemen; doch gerade am österreichischen Beispiel lässtsich zeigen, welche herausragende Rolle Landschaft bei( nationalen,aber auch regionalen) Identitätskonstruktionen einnehmen kann:Überall dort, wo es in Österreich( auch) um die Produktion von,, Heimat geht, ist Landschaft mit im Spiel.15

Farben. Text von Josef Friedrich Perkonig. Wien 1956, o.S. In einem anderenBand gerät die NS- Vergangenheit Österreichs einfach zu, sieben Jahre[ n]unösterreichischer Herrschaft. Doderer, Heimito von:[ Einleitung]. In: Öster-reich. Bilder seiner Landschaft und Kultur. Einleitung von Heimito von Doderer.Aufnahmen von Toni Schneiders(= Orbis Terrarum). Zürich 1958, S. 5-22, hierS. 8.

13 Freilich ist der rhetorische Kniff verbreitet, zu behaupten, man könne Österreichgar nicht gebührend darstellen; ,, Ganzheitlichkeit" sei in diesem Sinn gar nichtzu erreichen.

14 Johler, Reinhard: Das Österreichische. Vom Schönen in Natur, Volk und Ge-schichte. In: Ders., Herbert Nikitsch, Bernhard Tschofen: Schönes Österreich.Heimatschutz zwischen Ästhetik und Ideologie(= Kataloge des ÖsterreichischenMuseums für Volkskunde 65). Wien 1995, S. 31-41, hier S. 34.

15 Vgl. Breuss, Susanne, Karin Liebhart, Andreas Pribersky: Österreichische Iden-tität( en) am Beispiel von ,, Landschaft". In: Projektteam ,, Identitätswandel Öster-reichs im veränderten Europa"( Hg.): Nationale und kulturelle Identitäten Öster-reichs. Theorien, Methoden und Probleme der Forschung zu kollektiver Identität