Österreichische Zeitschrift für Volkskunde Band LX/ 109, Wien 2006, 397-433
Zur Repräsentation von„ Landschaft“,„ Kunst“ und‚ Volkskultur“ in Österreich- Bildbänden der
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Nachkriegszeit
Tobias Schweiger
,, Landschaft“,„ Kunst" und ,, Volkskultur" bilden drei wich-tige Säulen österreichischer nationaler Repräsentation. Imösterreichischen Selbstverständnis spielen sie eine große Rol-le, und damit in Zusammenhang zu sehen ist auch ihre Bedeu-tung als touristisches Kapital. Der Beitrag untersucht dieRepräsentation dieser drei Themenbereiche in ,, Österreich-Bildbänden" der Jahre 1947 bis 1963, die sowohl als Mediumeiner österreichischen( Re-) Nationalisierung als auch alsFremdenverkehrswerbung fungierten.
An das 1948 von Ernst Marboe im Auftrag der Kulturabteilung desBundespressedienstes herausgegebene„ Österreich- Buch" könnensich noch viele ältere Semester erinnern, und Bücher wie ,, Österreich.Landschaft, Mensch und Kultur“ stehen nach wie vor in den Bücher-regalen so mancher österreichischer Haushalte. Die vielen Bändeähnlichen Titels, die man auf Flohmärkten und in Antiquariatenfindet, lassen freilich den Schluss zu, dass diese Art von Literaturhäufig nicht mehr gebraucht wird aber auch, dass sie immensverbreitet gewesen ist, dass sich das Buchgenre der ,, Österreich- Bild-bände", unter das sich all diese Werke subsumieren lassen³, zumindestzeitweise großer Beliebtheit erfreut hat.
1 Marboe, Ernst: Das Österreich- Buch. Wien 1948.
2 Österreich. Landschaft, Mensch und Kultur. Ein Bildband mit 104 Meisterauf-nahmen von Dr. A. Defner, Prof. Kruckenhauser, Dr.- Ing. Rud. Roßmanith, A.Sickert, O. Angermayer, E. Baumann, E. Schmachtenberger, H. Schmidt- Glass-ner, Dr. Paul Wolff und Tritschler und anderen. Mit einem Geleit von KarlHeinrich Waggerl und einführenden Erläuterungen von Dr. Eduard Widmoser.St. Johann/ Tirol, Frankfurt am Main 1952.
3 Die Grenzen des Genres ,, Österreich- Bildband" sind keineswegs dicht: Ich fasseunter diesem Begriff Bildbände- also( meist großformatige) Bücher mit ausge-