2006, Heft 3
Chronik der Volkskunde
361
Ihr herausragender Einsatz für die Vermittlung zwischen den Geisteswis-senschaften in Ost und West macht sie zu einer würdigen Preisträgerin, dieden Zielen und Idealen Johann Gottfried Herders in besonderem Maßeverpflichtet ist.
Artur Rosenauer
Nachbemerkung:
Die 1964 von der Alfred Töpfer Stiftung F.V.S. Hamburg zur Pflege undFörderung der kulturellen Beziehungen zu den osteuropäischen Länderngestifteten Herder- Preise wurden dieses Jahr zum letzten Mal vergeben. DieHerder- Preise sollen in einen neuen Preis für Kultur überführt werden, dersich auf ganz Europa erstrecken wird und künstlerische Arbeiten in denBereichen bildende und darstellende Kunst, Musik, Architektur, Film, Fo-tografie, Literatur und Publizistik umfasst. Dies wird bedauerlicherweisebedeuten, dass die Wissenschaften im Allgemeinen und die Volkskunde/ Eu-ropäische Ethnologie im Besonderen einer weiteren Plattform in der Öffent-lichkeit verlustig gehen. Die Herder- Studienstipendien an der Wiener Uni-versität sollen allerdings erhalten werden.( red.)
Reimund Kvideland in memoriam
Professor Reimund Kvideland, ehemaliger SIEF- Präsident, starb am 6. Juni2006 plötzlich und unerwartet im Alter von 71 Jahren. Er hatte sich vonseinen offiziellen Funktionen bereits zurückgezogen, war aber weiterhin inder Forschung aktiv und hielt seine vielfältigen internationalen Kontakteaufrecht, wie auch jene mit seinem früheren Institut in Bergen.Reimund Kvideland( geb. 1935) begann seine Karriere 1966 als Lektor fürFolklore an der Universität Bergen, wo er zur Etablierung einer Disziplinbeitrug, die sich mit gegenwärtigen Prozessen und Traditionen beschäftigte.Von 1991 bis 1997 war er Direktor des Nordischen Instituts für Folklore inTurku, Finnland, wo er sowohl seine wissenschaftlichen als auch seineadministrativen Fähigkeiten unter Beweis stellte. Viele erinnern sich mitDankbarkeit an die Gastfreundschaft, die Reimund und seine Frau Karinwährend dieser Jahre in Finnland Kolleginnen und Kollegen angedeihenließen.