2006, Heft 3
Mitteilungen
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teilweiser Opposition zu Leopold Schmidt und zum Verein für Volkskundegegründeten Fachverband und dem Verein eine enge und abgesicherteKooperation zu vereinbaren, die seit 1980 auch zur gemeinsamen Ausrich-tung der Österreichischen Volkskundetagungen und zur Veröffentlichungvon bislang neun Tagungsbänden in der Neuen Serie der Buchreihe desVereins für Volkskunde geführt hat.
Franz Grieshofer genießt national und international hohes Ansehen, zudem unter anderem sein vielseitiges Wirken im Museum und seine vielenPublikationen beigetragen haben( über diese informiert eine mit dem Jahr2000 endende umfangreiche Bibliographie und nun auch eine aktuelleFortsetzung).
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Es gibt kaum ein volkskundliches Thema, das er nicht in selbständigenPublikationen oder Aufsätzen bearbeitet hätte: Haus und Hof, Nahrung,Kleidung, Arbeit und Gerät, Keramik, Volkskunst in all ihren Facetten,Brauch, Frömmigkeit, Gruppenleben, Interethnik, Fachgeschichte, Museo-logie, Kulturraumforschung, Gegenwartsvolkskunde... Diese zweifelsohnenoch immer unvollständige Auflistung, ergänzt um Herausgaben, Lexi-konartikel, Berichte und Rezensionen, deutet die ganze Breite seiner Inter-essen zumindest an. Ihnen ist er mit großem Wissen, umfassender Literatur-kenntnis und viel Arbeit ,, im Felde“ nachgegangen, den unterschiedlichenvolkskundlichen, Vätern“ zwar folgend, aber dennoch zu Neuem vor-stoßend, Geschichte und Gegenwart verbindend und immer auch jenenPrinzipien verpflichtet, denen manche besagter und bereits erwähnter ,, Vä-ter" zu wenig Beachtung geschenkt haben und die vor allem der ,, MünchnerSchule" von Hans Moser und Karl- Sigismund Kramer zu verdanken sind:strikte Beachtung aller gesicherten und im Speziellen der historischen( schriftlichen) Quellen. Damit hat man sich bis heute bei jenen, für die,, uralt" nicht nur Lavendel und Asbach sind( das diesbezügliche Copyrightgebührt gerüchteweise Leopold Kretzenbacher), nicht nur Freunde ge-macht eine Erfahrung, die auch Franz Grieshofer nicht erspart blieb: Sowaren( und sind) etwa die„, alten“( selbstverständlich„, germanischen")Salzburger Perchten und die nachweislich erst vor sechzig Jahren kreiertenUntersberger ,, wilden Jäger“ erbost ob seiner strikten Geschichtlichkeit,und selbst der verehrte( und nicht nachtragende) ,, Onkel" war seinerzeitirritiert, als er den Glöcklern im Salzkammergut ihre gemutmaßten bajuva-rischen Wurzeln raubte.
Ich breche hier etwas abrupt ab, davon ausgehend, daß viele der heuteAnwesenden Grieshofers Arbeiten kennen, etliche davon auch bald in demzum heutigen Anlaß präsentierten Sammelband nochmals lesen werden, unddaß es daher müßig ist, auf sie näher einzugehen bzw. das zu wiederholen,was in den Gutachten für die Honorarprofessur zur Information von Fach-