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Mitteilungen
ÖZV LX/ 109
Helmut Fielhauer delegierten, nominell aber von Wolfram geleiteten Prose-minare, deren zweites( zwei waren erforderlich) wir 64er gerade abzu-schließen gedachten. In den weiteren Lehrveranstaltungen( und nicht nur indiesen, aber das ist eine andere Geschichte) saßen wir gemeinsam, es gab jaderen nicht viele, weil ja auch nur eine geringe Anzahl von Lehrenden zurVerfügung stand, die ich nun, ganz unsystematisch und unhierarchisch,nennen möchte.
Adalbert Klaar, Architekt, Beamter des Bundesdenkmalamtes( dort erstspät als Verfasser der Baualterspläne österreichischer Städte und unzähligerBauernhauspläne geschätzt), Adalbert Klaar vermittelte uns mehr als nurGrundkenntnisse in technischer wie historischer bäuerlicher Gehöfte- undhistorischer Siedlungs- und Flurforschung( leider zu ziemlich nachtschlafe-ner Zeit: montags von 8-9 Uhr, freitags von 8-10 Uhr).
Franz Kirnbauer, Begründer der volkskundlich- kulturwissenschaftlichenSchriftenreihe ,, Leobener Grüne Hefte“, führte in die„, Bergmannsvolks-kunde“ ein, die damals außer ihm eigentlich nur der dieser Tage im Altervon 97 Jahren verstorbene Gerhard Heilfurth vertrat, langjähriger Ordinari-us in Marburg an der Lahn.
Károly Gaál brachte uns das Burgenland, die Geräteforschung, vor allemaber die Volkskunde des Karpatenraumes näher und sollte Franz Grieshofer,mich und etliche andere schon als Student/ inn/ en, später als junge Wissen-schafler/ inn/ en in Wolfau, Nestelberg und Tadten mit den Methoden dorf-monographischer Forschung vertraut machen.
Nach im Dezember 1967 bestätigter Habilitation für ,, Volkskunde vonMitteleuropa" stieß ein neuer Lehrender zum Institut, Franz C. Lipp( alsHabilitationsschrift hatte er sein Stubenbuch eingereicht). Daß sich auf derStudentenkartei Grieshofers kein Hinweis auf eine bei Lipp abgelegte Prü-fung findet, wiewohl er dessen Lehrveranstaltungen besuchte( deren thema-tische Breite hier nur angedeutet werden kann: Frömmigkeit, Hausland-schaften, Möbel, Volkskunst, regionale Volkskunde...), dieser fehlende Hin-weis hatte einen besonderen und uns damals bereits bekannten Grund: Lipp,Direktor des Oberösterreichischen Landesmuseums, der sein umfassendesWissen nicht nur in Vorlesungen, sondern auch in denkwürdigen Exkursio-nen an uns und die folgenden studentischen Generationen weitergab, warGrieshofers Onkel. Das brachte ihm in unserem Freundeskreis und in allenspäteren Gesprächen mit Franz Grieshofer die durchaus liebevolle Bezeich-nung ,, der Onkel" ein.( Daß ich dem„, Onkel“ um 1950 meine erstenKontakte mit einer Wissenschaft namens Volkskunde verdanke, sei hier nuram Rande erwähnt- als Volksschüler war ich häufig im Linzer Landesmu-seum, um meine damals dort arbeitende Mutter abzuholen. Außer denModellen der alten Donauschiffe fand ich die im Souterrain ausgestellten