2006, Heft 3
, Das was verschwindet"
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,, 395.- Ein gutes Mundwerk besitzt heut mein Bursch! Hast du etwa heutabend den Pinienkern gegessen?!- Cha' çe bardele che' l ja' l miò frutatavuè; jastu forsi mangiat el pignul usgnot?!- Poffare, che scilinguagnoloche ha oggi il mio giovanotto; hai forse mangiato il pinolino stasera?!" 37Dem Volksglauben zufolge erweckt der Verzehr von Pinienkernen,, leidenschaftliche Liebeswünsche und macht besonders redselig underoberungssüchtig“.38
Als höchst aufschlussreich für volkskundliche Studien erweist sichauch das der Sammlung angeschlossene umfangreiche ,, Wörterver-zeichnis", das neben der Übersetzung ins Deutsche häufig auchgenaue Angaben zur näheren Erklärung von Beschaffenheit, Funktionund Gebrauch der jeweiligen Lemmata gibt:
, vitrine( f.)[ ital.]= Küchenschrank; eine Art( Bauern) kredenz: der un-tere Teil hat mehrere Fächer( Doppeltür), der obere gewöhnlich einQuerbrett und Glasscheiben; darin werden feinere Teller, Tassen undsonstiges Geschirr, sowie Nippsachen und Photographien zur Schaugestellt. Die, vitrine' ist das schönste Möbelstück einer friulanischenKüche( Wohnstube)."* 39
,, mede( f)[ lat.]= Heu- oder Strohschober. Er wird gewöhnlich in einerEcke des Hofs errichtet. Man läßt einen starken( 4-7m), hohen Baum-stamm in die Erde ein und schichtet ringsum das Heu oder Stroh auf einerFläche von 3-5m Durchmesser kegelförmig bis zur Spitze, auf die zurAbwehr des Wassers ein unbrauchbares Gefäß, gewöhnlich ein, çit'( Topf), gesetzt wird.40
,, more( f)[ vgl. it. mora]= 1) Maulbeere, Beere, Brombeere,= 2) Schwar-ze,( m) moro Schwarzer, Schwarz-, Dunkelhaariger, Dunkeläugiger.-Wortspiel mit beiden Bedeutungen.= 3) Moraspiel: zwei Spieler; manstreckt einen oder mehrere Finger der rechten Hand aus und ruft dabeieine Zahl aus. Stimmt die Anzahl der addierten Finger, so löscht der eineeinen Kreidestrich auf dem Tisch weg."
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,, pistun( m)[ Ableit. von pasta] eine speziell friul. Mehlspeise von derGröße eines Würstels, wird bes. bei Hochzeiten in großen Quantitätengesotten; dieselbe Form haben die Mehlklöße, womit man die Hühner
36 Vgl. Ludwig Salvator: Zärtlichkeitsausdrücke( wie Anm. 25), S. 213.37 Vgl. Ludwig Salvator: Zärtlichkeitsausdrücke( wie Anm. 25), S. 148.38 Vgl. Ludwig Salvator: Zärtlichkeitsausdrücke( wie Anm. 25), S. 220.39 Vgl. Ludwig Salvator: Zärtlichkeitsausdrücke( wie Anm. 25), S. 233.40 Vgl. Ludwig Salvator: Zärtlichkeitsausdrücke( wie Anm. 25), S. 213.41 Vgl. Ludwig Salvator: Zärtlichkeitsausdrücke( wie Anm. 25), S. 214 f.