Aufsatz in einer Zeitschrift 
„Das was verschwindet“ : der ethnografische Aspekt im Werk Erzherzog Ludwig Salvators
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Brigitta Mader

ÖZV LX/ 109

und ein Jahr vor Veröffentlichung des ersten Bandes der Balearen inWort und Bild, damit begonnen, Sachkunde mit Wortforschung zuverbinden. 13

Während bisher bei etymologischen Untersuchungen die rein lin-guistische Herleitung des Wortes im Vordergrund stand, so forderteSchuchard, jetzt auch dem Bezeichnungswandel nachzugehen, da,, sich ja von Ort zu Ort die äußeren Beziehungen der Menschen zudem Dinge ändern und sich ,, mit ihnen auch ,, sein Name" ändert.Daraus leitete er aber auch die, Verpflichtung ab ,,, dem Wort dasBild hinzuzufügen und so ,, illustrierte Etymologien zu liefern.14

Eine Verpflichtung, der Ludwig Salvator, offenbar ohne je mitHugo Schuchard in Kontakt getreten zu sein, 15 auch in seiner für denXII. Orientalistenkongress Glossar ::: zum Glossareintrag  Orientalistenkongress in Florenz( 1901) verfassten Abhandlungüber die Voci di origine araba nella lingua delle Baleari¹6 nach-kommt. Im Falle des Zimmermannsausdruckes ,, alfarda fügte er zureindeutigen Klärung des Begriffes eine einfache Zeichnung hinzu.

Die Verbindung von Ethnografie und Linguistik zeichnet auch zweiweitere Werke Ludwig Salvators aus: die Zärtlichkeits- Ausdrückeund Koseworte in der Friulanischen Sprache und die Rondayes deMallorca, eine aus 54 Texten bestehende Sammlung von ,, eigentli-chen Märchen( Rondayes), Erzählungen( Cuentos) und, wahren

Projekt. Mitteilungen des Instituts für Gegenwartsvolkskunde 20, Österreichi-sche Akademie der Wissenschaften, Phil.- hist. Klasse, Sitzungsberichte, 586.Bd. Wien 1992, S. 21-44. und S. 85-104; Meringer, Rudolf: Zur Aufgabe undzum Namen unserer Zeitschrift. In: Wörter und Sachen. Kulturhistorische Zeit-schrift für Sprach- und Sachforschung. Bd. 1, Heidelberg 1909, S. 22-29.13 H. Schuchard veröffentlichte damals zwei kurze Aufsätze über das Ballspiel inRom und Fachausdrücke des venezianischen Kartenspiels. Vgl. Lochner vonHüttenbach, Fritz: Die Grazer Schule- Meringer und Schuchardt. In: Beitl/ Chiva( Hg.): Wörter und Sachen( wie Anm. 12), S. 76.

14 Vgl. Lochner von Hüttenbach: Die Grazer Schule( wie Anm. 13), S. 78. Meringerführte den Gedanken weiter. Für ihn hatte jede Bedeutungsveränderung auch,, etwas Historisches, da dem Wandel in der Bedeutung eines Wortes ein Sach-wandel zugrundeliegt, der aber wieder durch den Kulturwandel bestimmt wird.Vgl. Meringer: Zur Aufgabe und zum Namen( wie Anm. 12), S. 29.

15 Im Zuge meiner Forschungen über Ludwig Salvator konnte ich bisher keinerleidiesbezügliche Hinweise feststellen.

16 Ludwig Salvator: Voci di origine araba nella lingua delle Baleari. In: Atti del XIICongresso degli Orientalisti Glossar ::: zum Glossareintrag  Orientalisti. Vol. III., Firenze 1901. Nach einer kurzen histori-schen Einleitung folgt ein ,, Dizionaretto" bzw. Katalog von 223 Arabismen unterAnführung der jeweiligen Etymologie.