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Literatur der Volkskunde
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solchen Handreichung, deren Erarbeitung den Mitwirkenden intensive Ein-blicke in die deutschsprachige Hochschullandschaft und Vergleichs-möglichkeiten bot. Dass für die fortlaufende Aktualisierung und Ergänzungder Daten die Mitarbeit weiterer Personen gefragt ist, hat der Herausgeberin der Einleitung explizit gewünscht: Der Leitfaden, für den hier ein Gerüstbereitet und die Grundlage gelegt wurde, soll ,, als permanentes Projekt"( S. 21) eingerichtet werden. Entsprechend sind Lehrende wie Lernende allerInstitute zur Mitarbeit – zu Kritik, Korrektur und Ergänzung- aufgefordert.Brigitta Schmidt- Lauber
EICKELPASCH Rolf, Claudia Rademacher: Identität. Einsichten- The-men der Soziologie, soziologische Themen. Bielefeld 2004. 133 Seiten,graph. Darst.
Beim Eintritt in das Berufsleben und mit Abschluß der Ausbildung wird diemomentane prekäre Lage am Arbeitsmarkt besonders bewusst: Die Berufs-anfängerin/ der Berufsanfänger sollte bereits Arbeits- und Auslandserfah-rungen mitbringen, jung, kompetent und belastbar sein, gleichzeitig team-fähig und selbstständig bleiben, sowie unbedingt weltoffen und uneinge-schränkt flexibel sein. Die Mutlosigkeit, die viele bei diesen Aussichtenergreift, fasst die Identitätsforschung zusammen: Arbeit besitzt bis heuteeine ,, ungebrochene Bedeutung[...] für die Identitätsbildung“( S. 117). DieAutoren Rolf Eickelpasch und Claudia Rademacher sehen Erwerbsarbeit alseines der vorrangigen Signifika ,,, die Individuen nicht nur mit, ökonomi-schem Kapital'( Einkommen), sondern auch mit, sozialem Kapital'( Beziehungsnetze) und, kulturellem Kapital'( Wissen und Bildung)"( S. 117) ausstattet.
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Der Titel ,, Identität. Einsichten Themen der Soziologie“ ist Teil einerverlagseigenen Reihe des transcript- Verlages zu soziologischen Grundthe-men und-begriffen. In dem schmalen Paper- Back- Bändchen geben diebeiden Autoren den aktuellen Stand der soziologischen Wissenschaftsfor-schung allgemein wieder und erläutern die wichtigsten theoretischen Ansät-ze zur Identitätsforschung. Im Zentrum steht der Begriff der Identität, dessenNutzung in den letzten drei Jahrzehnten explosionsartig expandierte: vonvielen WissenschaftlerInnen mittlerweile als„ Plastikbegriff“( Niedermül-ler) verstanden, der für Alle und auf Jedes anwendbar ist. Als Operationsbe-griff wurde und wird er immer wieder neu definiert und hat auch deshalbmit an Konturen verloren. Um so mutiger ist der Versuch der beiden Autoren,die komplizierte Wissenschaftsgeschichte und den momentanen Status Quo