2006, Heft 2
Mitteilungen
193
und heute Leiter des Referats für Volkskultur und Landeskunde des Institutsfür Kunst und Volkskultur, an eine weitere Vernetzung aller Interessiertendenken konnten.
Bald kam es zuerst in Linz, später dann in Wien zu regelmäßigen Ar-beitstreffen von FachkollegInnen aus der musealen Praxis und den volks-kundlichen Universitätsinstituten Graz und Wien. Hier wurde für das ge-plante Vorhaben die Bezeichnung ,, Alltagskultur nach 1945“ gefunden, einzwar immer wieder ins Kreuzfeuer geratener Titel, der trotz mangelnderPräzision dennoch beibehalten wurde, weil dadurch mit der Akzeptanzbreiter Bevölkerungsteile gerechnet werden konnte. Die Missverständlich-keit der Zeitstellung wurde durch eine spätere Umbenennung von ,, Alltags-kultur nach..." in ,, Alltagskultur seit 1945" ausgeschlossen.
Zwar wurden während des Österreichischen Museumstags 2001 in Linzbereits zahlreiche Gespräche bezüglich der Initiative ,, Alltagskultur seit1945" geführt, aber in einem am 6. und 7. Oktober 2001 anschließendenWorkshop zum Thema„, Quellen und methodische Zugänge“ sollte versuchtwerden, in Vorträgen und Diskussionen erkennbare Strukturierungsschnei-sen in das auf den ersten Blick undurchsichtig erscheinende Dickicht derThemenstellung zu schlagen: Roman Sandgruber versuchte auf Grund vonwirtschaftshistorischen Beobachtungen in Bezug auf Konsumgüter einenÜberblick über die Nachkriegszeit zu geben. Hans Veigl untersuchte inseinem Referat ,, Geplantes Glück im Alltag" den kulturellen Wandel in den50er und 60er Jahren aus der Sicht der Illustrierten. Es folgte die Projekt-präsentation ,, Wickie, Slime und Paiper“ von Susanne Pauser und WolfgangRitschl mit dem Titel ,, Die 70er aus der Froschperspektive". Abschließendpräsentierte Christian Rapp seine ,, Erinnerungen ans Digitale zur Interpre-tation der Alltagskultur der 1980er Jahre“, die besonders durch den Compu-ter geprägt zu sein scheinen.
Zur strafferen Organisation und um eine Rechtskörperschaft und eineüberregionale Plattform zur Verfügung zu haben, wurde am 6. Mai 2002 einVerein gegründet mit Vereinssitz und logistischem Zentrum in Linz. DerVorstand und Fachbeirat setzte sich aus Personen aus der wissenschaftli-chen, museologischen und sammlerischen Praxis zusammen, sorgte für denAufbau eines Netzwerks und deren Ausweitung, war für Aussendungen, dieSammlung von Vorschlägen und Interessierten verantwortlich und ver-breitete Informationen auch auf einer eigenen Homepage( www.alltagskul-tur.at). Auf ihr fand man ein Verzeichnis der ständig wachsenden Zahl von
1 Assmann, Peter: Das Projekt ,, Alltagskultur seit 1945"- Ein musealer Aufruf.In: neues museum. Die österreichische Museumszeitschrift, Nr. 4/2001, S. 36 f.;Assmann, Peter, Andrea Euler: ,, Alltagskultur seit 1945"- ein Projekt( nicht nur)