Aufsatz in einer Zeitschrift 
„Alltagskultur seit 1945“
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Mitteilungen

,, Alltagskultur seit 1945"

Andrea Euler

ÖZV LX/ 109

Das ,, Jahr der Alltagskultur" 2005 bildete den Höhepunkt und sichtbarenErfolg von Bemühungen, die unter der Bezeichnung ,, Alltagskultur seit1945" ihren Anfang bereits 2001 in einem Gespräch zwischen Peter Ass-mann und Andrea Euler nahmen, in dem es um die längerfristigen Planungenvon Großausstellungen des Oberösterreichischen Landesmuseums ging.Dabei musste die Leiterin der Volkskundeabteilung eingestehen, dass dieDatierung der volkskundlichen Sammlungsbestände im wesentlichen ab derJahrhundertwende allerdings vom 19. zum 20. Jahrhundert!! und nichtetwa des gerade erst vollzogenen Jahrtausends-so wenig Dichte aufweisen,dass von einem Sammeldefizit gesprochen werden muss. Es schien, dassdiese Situation nicht allein auf die Institution des OberösterreichischenLandesmuseums beschränkt war und dass es in den meisten kulturhistori-schen bzw. volkskundlichen Museen verabsäumt worden war, die ursprüng-lich thematische Konzentration auf Landwirtschaft, Handwerk und Volks-kunst bis zum 19. Jahrhundert durch neue Schwerpunkte zu erweitern bzw.zeitlich fortzuführen.

Da die Industrialisierung und der teilweise Verlust von Regionalität heuteDubletten und Parallelen bei den Objekten innerhalb unterschiedlicherMuseen zur Folge hätten, beschlossen Peter Assmann, Direktor der Ober-österreichischen Landesmuseen, und seine Mitarbeiterin Andrea Euler, die-se offensichtlichen Probleme österreichweit zu diskutieren und auch in derÖffentlichkeit zu thematisieren. Möglichst flächendeckend wurden Leite-rInnen von Museen kontaktiert, über das Vorhaben informiert und aufgefor-dert, sich doch( mit einer Aktivität 2005) an diesem Vorhaben zu beteiligen.Weiters wurden Kontakte zu wissenschaftlich tätigen VertreterInnen derVolkskunde/ Europäischen Ethnologie geknüpft, von denen man konkreteForschungsvorhaben erhoffte. Eigene Postkarten mit dem inzwischen inAuftrag gegebenen Logo nannten als Ziel des Projekts die ,, Erforschung derAlltagskultur nach dem Zweiten Weltkrieg" und wandten sich auch an alle,die ,, mitforschen, mitplanen, mitarbeiten wollen oder, Anregungen, Vor-schläge, Hinweise auf private und öffentliche Sammlungen geben könnten,,, deren Schwerpunkte auf Objekten der letzten 60 Jahre liegen....

Die Reaktionen waren so positiv, die Zahl der Rückmeldungen erfreulichgroß, sodass daraufhin die beiden für die Initiative Verantwortlichen, PeterAssmann und Andrea Euler, in Zusammenarbeit mit Alexander Jalkotzy, inder Oberösterreichischen Landeskulturdirektion für Volkskultur zuständig