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Olga Danglová
ÖZV LX/ 109
Gründung freiwilliger Organisationen nach den Grundsätzen derkollektiven Zusammenarbeit und gegenseitigen Aushilfe bei gemein-samen Unternehmungen. In Čičmany schlossen sich 1927 die Hau-
sierer zum Gewerkschaftsbund der Hausierer und Markthändler zu-sammen; die Hausschuhmacher- in den 40- er Jahren arbeiteten inČičmany offiziell 85 Hausschuhwerkstätten gründeten 1949 dieHausschuhgenossenschaft.
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Ein elementarer Ausdruck des Gewichts des kollektiven Lebens
war auch der Gruppentyp der Bebauung von Čičmany,' der sich biszu dem Brand von 1921 die Gliederung in die ursprünglichen grunty.Erbbauernhöfe nach Familien, denen nach der Aufhebung der Leib-eigenschaft Land zugeteilt worden war, bewahrte. In Čičmany gab es16 solcher Höfe und Veteranen erinnern sich bis heute an derenNamen nach ihren ursprünglichen Besitzern. Die Bebauungsdichteder Anwesen erhöhte sich schrittweise durch Vererbung zusammenmit der Verbreiterung der Familien und wurde auch durch das Strebender einzelnen Familien nach Verselbständigung unterstützt. Man bau-te die Häuser zwar an einem beliebigen Ort, war aber bemüht, dasHaus so zu orientieren, dass innerhalb des Anwesens der Zugang zumGroßfamilienhaus und zu den Wirtschaftsbauten möglichst einfachwar. Die Höfe der einzelnen Anwesen waren offen, Zäune wurden nurum die Gärten am Haus errichtet und das auch nur, um dem Geflügelund Vieh den Zugang zu versperren( Kantár 1992, S. 100). DerKonservativismus des kollektiven Lebens siegte über den Individua-lismus, die Bemühungen um die Sichtbarmachung der Separationeinzelner Häuser und Haushalte nach dem äußeren Erscheinungsbild.Ähnlich war das bei der Kleidung. Auch hier war, so wie in anderenGebieten der Slowakei, der Geschmack des Einzelnen, seine Wahl,die persönliche Auswahl den Gewohnheiten und der Kollektivitätuntergeordnet. Solange die traditionelle Kleidung überwog( in
5 1931 zählte die Gewerkschaft der Hausierer und Markthändler 132 Mitglieder.Neben der fachlichen Hilfe erwirkte die Organisation für ihre Mitglieder Preis-nachlässe für die Bahn, beschaffte Produktionsrohstoffe u.a.( Kekelyová 1992,S. 65, 66).
6 In Wirklichkeit gab es wahrscheinlich mehr Hausschuhwerkstätten und fast derganze Ort war an der Hausschuhproduktion beteiligt. In den 50- er Jahren erwarbdie Genossenschaft ein eigenes Produktionsgebäude( Kekelyová 1992, S. 62).7 Eine ähnliche Gruppenbebauung, die sich auf der Basis der ursprünglichenBauernhöfe formierte, fanden wir auch in der Nachbargemeinde Košecké Rovné
vor.