Jahrgang 
109 (2006) / N.S. 60
Seite
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2006, Heft 1

Chronik der Volkskunde

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Bericht zur Konferenz des Internationalen KomiteesEthnographischer Museen( ICME) des InternationalenMuseumsrates( ICOM)

vom 18. bis 21. Oktober 2005 in Nafplion/ Griechenland

Unterwegs. Die gemeinsam mit den FachkollegInnen des EthnographischenMuseums in Zagreb geplante Anreise zur ICME- Konferenz in Griechenlandbot eine günstige Gelegenheit, sich wieder einmal des in den vergangenen90er Jahren bewährten Netzwerks Europäischer MuseumsethnologInnen zubesinnen. Der lange Reiseweg mit dem Auto bis an die Südküste desPeloponnes führte über Skopje, wo unser Fachkollege Petar Namičev tätigist. Er ist Architekt sowie Kustos am Ethnologischen Museum Mazedoniensund war als Vertreter seines Landes ein sehr engagiertes KorrespondierendesMitglied des 1994 ins Leben gerufenen und bedauerlicherweise nur kurzle-bigen ,, European Network of Ethnography and Social History Museums( NET)"[ hierzu u.a. der Bericht in: ÖZV 50/99, 1996, S. 91 f.]. Das Ethno-graphische Museum Schloss Kittsee verdankt Petar Namičev, der sich in-haltlich und grafisch intensiv mit der ländlichen Architektur Mazedoniensauseinandersetzt, eine qualitätsvolle Ausstellung, die vor mehr als zehnJahren von 7. Juni bis 30. Oktober 1995 dort gezeigt und in einer Begleit-publikation dokumentiert werden konnte[ Namičev, Petar: Ländliche Archi-tektur in Mazedonien.(= Kittseer Schriften zur Volkskunde. Veröffent-lichungen des Ethnographischen Museums Schloss Kittsee, Heft 6).]. Wieuns vor Augen geführt wurde, arbeitet er beharrlich an der Aufzeichnunghistorischer Architekturbeispiele im ländlichen sowie städtischen Bereich.Seine Technik, Gebäudekomplexe zu fotografieren und von diesen Aufnah-men detaillierte Tuschezeichnungen anzufertigen, hat er beibehalten.Am Ziel. Die Konferenz in Nafplion thematisierte unter dem Titel ,, Can OralHistory Make Objects Speak?" das weite Feld erzählter Geschichte undentsprach im ,, Gedankenjahr, das in Europa vielerorts in unterschiedlicherQualität und Sichtweise abgehalten wurde, dem Pulsschlag der Zeit. DieBeiträge der Konferenz konzentrierten sich im wesentlichen auf Anwen-dungsbeispiele. Einer Reflexion über Geschichtsbilder sowie deren Hervor-bringung und Rolle in der Erinnerungskultur wurde kaum Raum gegeben.

Die Konferenz wurde vom Hellenic National Committee of ICOM( http://users.otenet.gr/~icom/) in Zusammenarbeit mit der PeloponnesianFolklore Foundation organisiert. Etwa neunzig Teilnehmerinnen und Teil-nehmer folgten der Einladung. Henry Bredekamp, Generaldirektor desIZIKO Museums, Südafrika( http://www.museums.org.za/sam/), sprach inseiner Eröffnungsrede über die Rolle von Oral History in der Aufarbeitung