Jahrgang 
119 (2016) / N.S. 70
Seite
353
Einzelbild herunterladen
 

Literatur der Volkskunde

pologie mit einer Kunstgeschichtestudentin: Christa Meinx( S. 75-85)bettet Silveris Figurinen, die in der Regel nicht als Kunst gelten( S. 7),in Silveris von>> Ehrfurcht vor dem Leben« geprägte» künstlerische Spra-che« ein( S. 75-85). So muten sie weniger beängstigend an( S. 64)- alssolle die Irritation gebannt werden, die von der denkwürdigerweise bisheute ununterscheidbaren Autorenhandschrift Silveris und Maurachersausgeht( S. 39 u. 84 f.).

Eva Kreissls Sorge,» dass der Trachtensaal einer mehrstimmigenBefragung nicht standhält«( S. 127), hat sich durch das vorliegende Buchmöglicherweise verringert. In seiner historisch zustande gekomme-nen Mehrdeutigkeit lesen die AutorInnen den Saal, dessen Schließungaktuell wieder diskutiert wird( S. 41), als» offenes Kunstwerk«( S. 39f.), das künftige Generationen hoffentlich wieder anders lesen könnenwerden. Insgesamt besticht die Publikation mit dem Mut zu Imagina-tion und Assoziation, die Essays sind engagiert und oft auch mit Witzgeschrieben. Angesichts dieser für eine überwiegend studentische Autor-Innenschaft sehr bemerkenswerten Leistung fällt kaum ins Gewicht, dassman dem Buch manchmal tatsächlich ansieht, dass es» unter immensemZeitdruck«( S. 9) redigiert wurde. Gut, dass das Projekt über den Saal,dessen Eröffnung sich verschob, nicht selbst verschoben wurde, näm-lich aufs Jahr»> 2105«<, wie der Zahlendreher im ersten Satz( S. 7) glaubenmacht!

Reinhard Bodner

Felicia Sparacio: Pendeln im Alter.

Eine Fallstudie zu transnationaler Migration zwischen Deutschlandund der Türkei(= Untersuchungen des Ludwig- Uhland- Institutsder Universität Tübingen, Bd. 119). Tübingen: Tübinger Vereinigungfür Volkskunde 2016, 292 Seiten.

Am 30. Oktober 1961 wurde in Bad Godesberg das Anwerbeabkommenzwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei unterzeich-net. Seither sind 55 Jahre vergangen, Menschen sind gekommen undgeblieben. Wie verbringen sie nun ihren Ruhestand?

353