Jahrgang 
119 (2016) / N.S. 70
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Chronik der Volkskunde

stanz. Vielleicht bringt das nächste Treffen des ICOM Costume Com-mittee, das die Wahl eines neuen Vorstandes vorsieht, frische Impulse.Letztendlich liegt es an uns Mitgliedern, die Ausrichtung des Komiteesmitzugestalten und damit auch die jährlichen Treffen zu inhaltlich wert-volleren Veranstaltungen werden zu lassen.

Kathrin Pallestrang

Bericht über die Tagung» Das vergessene 20. Jahrhundert.Zeitgeschichte sammeln«<, 16. und 17. Juni 2016 im Wien Museum,veranstaltet von der Museumsakademie des UniversalmuseumsJoanneum in Kooperation mit dem Haus der GeschichteÖsterreich und dem Wien Museum

Einer der drängendsten und trotz immer wiederkehrender Verhandlungennoch nicht gelösten Fragestellungen der heutigen kulturwissenschaft-lichen Museen, nämlich der nach dem Dokumentieren der Gegenwartin Objekten, widmete sich die Arbeitstagung» Das vergessene 20. Jahr-hundert. Zeitgeschichte sammeln«<, die Mitte Juni im Wien Museumstattfand. Für die Museumsarbeit sehr inspirierend und praxisnah wurdeanhand von Statements gut ausgewählter Referenten und Referentinnenintensiv diskutiert. Im Zentrum der Tagung stand sehr bald weniger die>> Zeitgeschichte<< des Tagungstitels, sondern die Gegenwart und mit ihrdie( Alltags-) Kulturen des 20. und 21. Jahrhunderts, die für die meistenTeilnehmenden größere Relevanz hatten. Besonders ergebnisreich warenGespräche in Kleingruppen nach der Speed- Dating- Methode zum Aus-klang der Tagung.

Das Ergebnis der zwei Tage kann kurz zusammengefasst werden:Sammlungskonzepte sind unerlässlich für eine seriöse Museumsarbeit,weil das Sammeln von allem, dessen man habhaft werden kann, heutzu-tage aufgrund der Menge an potentiellen Museumobjekten rein pragma-tisch nicht möglich ist. Ebenso sind Dokumentationen, also schriftlicheBegründungen des Sammlungsvorgangs unerlässlich, da sich oft erst auseinem Abstand mehrerer Jahre oder Jahrzehnte beurteilen lässt, was tat-

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