Chronik der Volkskunde
Bericht über die 24. Generalversammlung von ICOM
mit dem Titel»> Cultural Landscapes and Museums<< von3.- 9. Juli 2016 in Mailand mit besonderer Berücksichtigungdes Treffens des Costume Committee
Alle drei Jahre lädt das International Council of Museums( ICOM) zurGeneralkonferenz unter einem bestimmten, jedoch meist sehr allgemeingehaltenen Titel. Die 24. Generalversammlung zu» Cultural Landscapesand Museums<< fand im Kongresszentrum in Mailand( Fiera MilanoCongressi) statt, und wie üblich war ein umfangreiches Programm anHaupt- und Nebenvorträgen, Exkursionen, Treffen und Empfängenerarbeitet worden. Rund 4.000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus130 Ländern machten die Veranstaltung im Grunde wieder zu einemunvergesslichen Erlebnis. Neben einer raumgreifenden Messe im Pau-senbereich des Konferenzzentrums, auf der sich Anbieter von Ausstel-lungsbehelfen, klassischen Wanderausstellungen und Museen, vor allemaus China, präsentierten, gab es in den Räumen des Kongresszentrumsdie Schau>> Where ICOM from« zum 70. Geburtstag der Museumsorga-nisation, in der ihre Arbeit aus Sicht von engagierten Mitgliedern vorge-stellt wurde. Hier wie in den Eröffnungsvorträgen wurde deutlich, dassICOM inzwischen eine weltweit etablierte Institution ist, deren wich-tigste Aufgabe derzeit darin besteht, das Bewusstsein für die Bedeutungvon Museen, Archiven und Bibliotheken zu schärfen und gegen die Zer-störung und den Raubhandel von Sammlungen, Denkmälern und Arte-fakten aufzutreten.
Zur Eröffnung sprachen( mit Simultanübersetzung) dazu passendund ganz im Habitus von Entscheidungsträgern der Präsident von ICOM,Hans- Martin Hinz, wie auch VertreterInnen von ICOM Italien, derUNESCO sowie der regionalen Politik. Der italienische KulturministerDario Franceschini warf in seiner erfrischenden Rede konkrete Problemeder Kulturverwaltung Italiens auf und skizzierte Lösungen und auchzukünftige Lösungsansätze. Nach der Vorstellung von» Where ICOMfrom<< präsentierte Bernice Murphy ihr Buch» Museums, Ethics and Cul-tural Heritage«<, das mit Fallbeispielen aus der Museumspraxis weltweitThemen wie Provenienz, Besitz, kulturelle Identität, Umweltverträg-lichkeit und soziales Engagement aufwirft und das alle Tagungsteilneh-merInnen in ihrer reich bestückten Tagungstasche aus Filz vorfanden.
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