310 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXX/ 119, 2016, Heft 3+ 4
Veranstaltung an der Universität Hamburg unter der Ägide von GerritHerlyn geplant.
Insgesamt bot der Workshop ein wichtiges Forum der methodisch-methodologischen Auseinandersetzung mit dem großen Themenkomplex( narrationsanalytische) Auswertung. Das Veranstaltungsformat hättejedoch von den rund 25 Teilnehmenden noch stärker im Sinne eineswirklichen>> Workshops«< genutzt werden können: Viele Inputs warenzeitlich sehr ausgreifend und als Frontalvortrag angelegt, die zugehörigen>> Diskussionen<< folgten weitgehend dem Frage- Antwort- Modus undführten nur punktuell zu größeren Debatten im Plenum.
Dennoch hat die Veranstaltung sicherlich dazu beigetragen,» inErgänzung zu einer bereits bestehenden> Ethnographie des Sprechens<auch die Ethnographie des Schreibens< fortzuentwickeln«( Löffler).Das Fach braucht mehr derartige Auseinandersetzungen, wenn es sichim Kanon der empirisch arbeitenden Kultur- und Sozialwissenschaftennicht nur inhaltlich und erhebungsmethodisch, sondern auch auf demGebiet der vielzitierten analytischen» Tiefenschärfe« weiter behauptenwill.
Laura Wehr
Volkskunde im Museum- ein Auslaufmodell?
Die 25. BBOS- Tagung in Augsburg, 18.- 20. September 2016
Volkskundliche Sammlungen waren nicht nur ausschlaggebend für dieGründung zahlreicher Museen, auch heute noch sind sie wesentlicherBestandteil vieler Stadt-, Heimat- und Spezialmuseen. Seit den 1970erJahren sammelten Museen darüber hinaus zunehmend Objekte derAlltagskultur aus der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart. In derAusbildung der VolkskundlerInnen bzw. EthnologInnen an den Univer-sitäten dagegen spielt die Sachvolkskunde eine immer geringere Rolle.Werden also in den Museen künftig die entsprechenden SpezialistInnenfehlen? Ist die Volkskunde im Museum gar ein Auslaufmodell? Oder gibtes Wege, die volkskundlichen Sammlungen im Museum zeitgemäß zupräsentieren und spannend zu vermitteln?