Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde119 (2016) / N.S. 70Johler, Birgit; Puchberger, Magdalena: Wer nutzt Volkskunde? Perspektiven auf Volkskunde, Museum und Stadt am Beispiel des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien

  
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Wer nutzt Volkskunde? Perspektiven auf Volkskunde, Museum und Stadt am Beispiel des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXX/ 119, 2016, Heft 3+ 4

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an fruchtbar machen und arbeitete wie schon seine Vorgänger- wei-ter an der nationalen Vormachtstellung des Hauses. Dabei kam ihm einweiteres Mal die singuläre Stellung des Museums im volkskundlich-wissenschaftlichen Gefüge Wiens zu Gute: Das universitäre» Institutfür germanisch- deutsche Volkskunde« mit dem aufgrund seiner SS- bzw.Ahnenerbe- Mitgliedschaft schwer belasteten Richard Wolfram84 als Lei-ter war aufgelöst, womit das Museum erneut die einzige volkskundlicheInstitution in Wien war. Anders als noch vor 1938, forderte und prakti-zierte Schmidt nun die Trennung der wissenschaftlichen von der» ange-wandten<< Volkskunde. Seine Wahl zum Generalsekretär 1946 entsprachder jahrzehntelang praktizierten Personalunion von Museums- und Ver-einsleitung und gestand ihm eine einflussreiche Position in der österrei-chischen Volkskunde der unmittelbaren Nachkriegszeit zu, noch bevorandere volkskundliche Institutionen sich etablieren konnten. So gelanges Schmidt etwa die Österreichische Zeitschrift für Volkskunde weitgehendnach seinem Fachverständnis auszurichten und zunächst auch Einflussauf die disziplinären Tagungen zu nehmen.85

Das Jahr 1945, und damit der Beginn der Ära Leopold Schmidt,bedeuteten für das nunmehrige Österreichische Museum für Volks-kunde also nur in Teilen einen Neubeginn, in Teilen eine Fortschreibunggewohnter Inhalte und Strukturen.86

3 Das Volkskundemuseum in Wien als mUSEum- Überlegungen zu>> Wer nutzt Volkskunde?<<

Die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg und insbesondere die 1930er-Jahre sind von einer außergewöhnlichen gesellschaftlichen Dynamisie-rung in beinahe allen Lebensbereichen gekennzeichnet, die sich nichtzuletzt auch in der Volkskunde und im volkskundlich- volkskulturellenFeld in Wien und Österreich zeigen. Neben den historischen politi-schen Umbrüchen innerhalb weniger Jahre( Ende der über Jahrhunderte

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Seit Juli 1938»> Leiter der» Lehr- und Forschungsstätte für germanische Volkskunde<<innerhalb der>> Aussenstelle Süd- Ost der Forschungsgemeinschaft> Das Ahnenerbe<<<BAB, DSC: Richard Wolfram( MF G 144).

S. dazu ausführlicher Johler, Puchberger 2015( wie Anm. 82), S. 216 ff.Ebd., S. 205 ff.