Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde119 (2016) / N.S. 70Johler, Birgit; Puchberger, Magdalena: Wer nutzt Volkskunde? Perspektiven auf Volkskunde, Museum und Stadt am Beispiel des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien

  
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Wer nutzt Volkskunde? Perspektiven auf Volkskunde, Museum und Stadt am Beispiel des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXX/ 119, 2016, Heft 3+ 4

Festen u.s.w.[ als] große Hilfe« ³ konzipiert war. Sie spielte bei volks-kulturellen Veranstaltungen in Wiener Restaurationen zum Volkstanzauf oder organisierte als vorbildgebend intendierte Abende am Museum,beteiligte sich an heimatlich- stimmungsvollen Aufführungen von Volks-schauspielen am Museum und hielt Volkstanzkurse sowohl am Museumals auch in Vorstadtlokalen ab. Das intensive Zusammenspiel von wissen-schaftlicher und angewandter Volkskunde am Haus zeigt sich besondersin der>> Arbeitsgemeinschaft«<, die die ÖHG offiziell mit dem Museumbegründete und die sich in einer Kooperation für die Krippenausstellun-gen ebenso manifestierte wie etwa in der Konzeption der Ausstellung>> Volkslied Musik und Tanz«< 38 1932, bei der nicht nur Musikinstru-mente ausgestellt wurden, sondern auch musikalische Vorführungender ÖHG eingeplant waren. Hier spielte die enge Zusammenarbeit dervolkskundlichen Akteur_innen mit der Radio- Verkehrs- AG( Ravag)eine große Rolle, die im Rahmen der Ausstellung eine Vorführung alterMusikinstrumente aus dem Volkskundemuseum übertrug und damit füreine erweiterte Öffentlichkeit im Rahmen damals möglicher Popularisie-rungsstrategien sorgte³9.

Dass die 1930er- Jahre allgemein durch eine verstärkte Nutzungneuer Medien und neuer massenwirksamer Wege der Kommunikationund Gestaltung geprägt waren, die auch vom volkskulturellen Feld inWien offensiv genutzt wurden, zeigt die Veranstaltung>> Volksspiele derVolkshochschule Wien Volksheim« 40 im Juni 1934. Das austrofaschisti-sche Regime legte vor allem in der Hauptstadt Wert darauf, die vormalsim Roten Wien ideologisierten und kulturalisierten Klassenunterschiedenun über ein homogenisierendes» Volks«<- Narrativ und über volks-und populärkulturelle Massenveranstaltungen in den Hintergrund zudrängen. Die» Volksspiele«< in der vom Roten Wien errichteten»> Wohn-hausanlage Sandleiten«<, an denen sich auch der Volkstanzkreis der ÖHG

37 N.N.( vermutl. Robert Mucnjak): Mitteilungen der Österr. Heimat- Gesellschaft.In: Heimatland. Monatsschrift für Volksleben und Volkskunst in Österreich, 2, 5/6,1930, S. 6-7.

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ÖMV, Archiv, Ktn. 18/1932, Mappe Heimatschutz/ Heimatpflege, ÖHG an dieDirektion des Museums für Volkskunde, 4.6.1932.

39 Vgl. ÖMV, Archiv, Ktn. 18/1932, Mappe Tätigkeiten Arthur Haberlandt, Spielfolgeder Ravag- Übertragung 15.3., 18.30-19.00 Uhr.

40 ÖMV, Archiv, Ktn. 20/1934, Mappe Sonstige Veranstaltungen, AnkündigungszettelVolksspiele, 2.6.1934.