Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde119 (2016) / N.S. 70Johler, Birgit; Puchberger, Magdalena: Wer nutzt Volkskunde? Perspektiven auf Volkskunde, Museum und Stadt am Beispiel des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien

  
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Wer nutzt Volkskunde? Perspektiven auf Volkskunde, Museum und Stadt am Beispiel des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXX/ 119, 2016, Heft 3+ 4

kunde oder andere( Traditions-) Verbände( z.B. ÖHG oder der DeutscheVolksgesangverein in Wien). Ihre Aufgabe sahen sie in der Beratung und>> Volks- Erziehung« und verstanden sich damit als Vermittler_innen zwi-schen Politik, Wissenschaft, Gesellschaft und den( in dieser Zeit nichtunbedeutenden) Interessen von Wirtschaft und Fremdenverkehr. Siewaren maßgeblich an der Gestaltung einer volkskundlichen, urbanen>> Erlebnissphäre<< beteiligt und wirkten beispielgebend für unterschied-liche Kreise. Die im volkskulturellen Feld Tätigen zeigten sich offenfür Einflüsse aus Wissenschaft( unterschiedliche Disziplinen), Vereinenund Verbänden( eben Traditionsvereine, Gesangs- und Turnvereine) undJugendgruppen( speziell der Bündischen Jugend) ebenso wie aus derWiener Freizeit- und Populärkultur oder Strömungen aus Hochkulturund moderner Kunst.

Die infrastrukturellen, sozialen wie kulturellen Gegebenheiten undMöglichkeiten der Haupt- und Großstadt Wien sowie die Nähe zu denadministrativen, politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträ-gern hatten wesentlichen Einfluss auf die Konzeption und Ausrichtungdes Museums. Gleichzeitig gestalteten die Museumsakteur_innen mitihren volk- bildenden und heimatideologischen Angeboten die öffent-liche Stadtkultur bzw. das individuelle Erleben und Aneignen der Stadtwesentlich mit. Die in Wien und speziell am Museum praktizierte Volks-kultur besetzte mit ihren großen und vielfältigen Veranstaltungen auchden öffentlichen Raum, was zu einer beachtlichen Sichtbarkeit und damitDynamik führte. Die Präsenz zeigte sich bei Trachtenumzügen auf derRingstraße und Volkstanzfesten im Türkenschanzpark, in populärenWiener Vorstadtlokalitäten³4 oder auch durch Beteiligungen bei exter-nen Ausstellungen, so etwa bei der Ausstellung» Tracht und Leben( eineGegenwartsschau)«< 1935 im Wiener Messepalast, organisiert von derWiener Urania unter wesentlicher Beteiligung bzw. Leitung von AdelgardPerkmann und der» Arbeitsgemeinschaft für Volkskunde an der Univer-sität Wien 35, zu der neben Perkmann auch Leopold Schmidt gehörte.

34 Magdalena Puchberger: Reines Vergnügen. Populäre Unterhaltung in der WienerHeimat- und Volkskultur der 1930er Jahre. In: Christoph Bareither u.a.( Hg.):Unterhaltung und Vergnügung. Beiträge der Europäischen Ethnologie zur Populär-kulturforschung. Würzburg 2013, S. 130-145.

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Die>> Arbeitsgemeinschaft für Volkskunde an der Universität Wien<< wurde 1932von jungen Vertreter_innen des akademischen Fachs Volkskunde- wohl in