Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde119 (2016) / N.S. 70Johler, Birgit; Puchberger, Magdalena: Wer nutzt Volkskunde? Perspektiven auf Volkskunde, Museum und Stadt am Beispiel des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien

  
Aufsatz in einer Zeitschrift 
Wer nutzt Volkskunde? Perspektiven auf Volkskunde, Museum und Stadt am Beispiel des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien
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184 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXX/ 119, 2016, Heft 3+ 4

Museums aus ethnografisch- kulturanalytischer und museumswissen-schaftlicher Sicht für die Jahre 1930 bis 1950 in den Blick nimmt. Zieldieser Forschungen ist es, Positionierungen bzw. Entwicklungen derMuseumsinstitution im Kontext politischer Perioden und Brüche zuidentifizieren, indem die handelnden Akteur_innen mit ihren institu-tionellen, musealen bzw. volkskundlich- wissenschaftlichen Praktiken,ihrem Wissen und ihrer Weltanschauung, aber auch in ihrem Eingebun-densein in unterschiedliche Netzwerke beleuchtet werden. Dabei gilt es,auch die Spezifika des sich entwickelnden volkskundlichen und volks-kulturellen Feldes in der Großstadt Wien( und darüber hinaus in Öster-reich) in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts herauszuarbeiten unddie Dimensionen der Politisierung und Ideologisierung volkskundlichenWissens und volkskundlicher Wissensproduktion für diese Jahrzehnteauszuloten.

Die spezielle Konstellation des Forschungsprojekts, bei dem dieForschungsstätte zugleich das Forschungsobjekt sowie Ort und Gegen-stand der wichtigsten Quellenbestände( Direktionsarchiv, Bibliothek,Museumssammlungen) ist, erfordert bzw. begünstigt einen auf aktuelleMethoden und Perspektiven ausgerichteten kulturwissenschaftlichen>> Methodenmix«<, welcher der Komplexität des Themas und des OrtesRechnung trägt.

Richtungsweisend für die Untersuchung ist das Verständnis desÖsterreichischen Museums für Volkskunde als in der Vergangenheitvielfältig genutzter Ort, wobei drei Perspektiven auf das Museum undseine Geschichte relevant sind:

Zum einen ist das Haus in der Laudongasse 15-19 im 8. Bezirk alseine öffentliche Zeige- und Vermittlungs- und somit auch Bildungsin-stitution mit einer spezifischen Rechtskonstellation zu begreifen unddarzustellen( der 1894 gegründete Verein für Volkskunde ist seit jeherRechtsträger des ÖMV²). Objekte und Sammlungen bilden die materi-elle Grundlage eines Museums und sind auch Ansatzpunkte für die frü-

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Austrian Science Fund/ FWF, Wissenschaftskommunikationsprogramm WKP 47,Laufzeit: 1.9.2016―30.11.2017, Projektbearbeiterinnen: Mag. Birgit Johler,Mag. Magdalena Puchberger.

Zur Geschichte des Vereins für Volkskunde siehe ausführlich Herbert Nikitsch: Aufder Bühne früher Wissenschaft. Aus der Geschichte des Vereins für Volkskunde( 1894-1945)(= Buchreihe der Österreichischen Zeitschrift für Volkskunde, 20).

Wien 2006.