Jahrgang 
119 (2016) / N.S. 70
Seite
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Literatur der Volkskunde

Epoche der türkischen Besatzung war die römisch- katholische Kirche,abgesehen von den Franziskanern, nicht mehr präsent. Dass die Refor-mierten in den drei Städten eigentlich der bäuerlichen Bevölkerungs-schicht angehörten, ist eine singuläre Erscheinung in der europäischenReformationsgeschichte, da die Reformierten im übrigen Europa eherder gebildeten Bürgerschicht der Städte zuzuordnen waren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Nováks gründliche Mono-graphie einen abgeschlossenen Zustand schildert, der durch die gewalt-same Kollektivisierung der Landwirtschaft nach den 50er Jahren desvorigen Jahrhunderts zu Grabe getragen wurde. Ein großer Wert desBuches ist, dass die Erinnerungskultur durch eine umfangreiche archi-valische Dokumentation und reichhaltige Illustrationen eine plastischeLebendigkeit erfahren hat. Das Buch ist wahrlich ein im positiven Sinnin Buchstaben gegossenes Museum. Ein anderer besonders hervorzuhe-bender Vorzug der Monographie besteht darin, dass die speziell volks-kundlichen Elemente nicht separat dargestellt werden, sondern in engemZusammenhang mit ihrer Handhabung und Verwendung im wirtschaft-lichen, gesellschaftlichen und kulturellen Bereich.

Die des Ungarischen nicht kundigen Interessenten werden überInhalt und Darstellung ausführlich informiert durch eine 13 Seitenumfassende englischsprachige Zusammenfassung.

Balázs Németh

Rodney Harrison: Heritage

Critical Approaches. London, New York: Routledge 2013,

268 Seiten, zahlreiche Abb.

Der als Archäologe in Australien ausgebildete Rodney Harrison zeichnetnach, in welcher Weise» Heritage« als kulturelles Erbe unter dem Ein-fluss der Welterbekonvention der UNESCO klassifiziert und wahrge-nommen wird und in welcher Form zeitgenössische globale Gesellschaf-ten dieses Erbe verwalten. Es ist ein Erbe- Konzept, das von Bauwerkenbis in die regionalen Küchen reicht, das Volkslieder ebenso wie per-sönliche Gebrauchsgegenstände einschließen kann. Das so globalisierte

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