Jahrgang 
119 (2016) / N.S. 70
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102 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXX/ 119, 2016, Heft 1+ 2

Spielkarten im Museum- eine kurze Beschreibung der Bestände

Im Zuge der Inventarisierung der eingangs erwähnten Schenkung ergabsich die Gelegenheit, den über die Jahrzehnte gesammelten Altbestand anSpielkarten in die digitale Datenbank des Museums aufzunehmen. Die-ser ist mengenmäßig zwar nicht groß, gewährt aber Einblicke in die regi-onale Vielfalt und Herstellung gebräuchlicher Spielkarten und Standard-bilder vom Beginn des 19. Jahrhunderts. Ausgewiesene Herstellungsortedieser gesammelten Karten sind Wien, Graz, Linz und Ried im Innkreissowie Triest( Trieste) in Italien und Turn bei Teplitz( Trnovany, heuteein Ortsteil von Teplice) in der Tschechischen Republik.

Spielkarten gelangten bereits im ersten Jahr des Bestands des Muse-ums in die Sammlungen, im Inventarbuch heißt es dazu:>> Ein Spiel Kar-ten, bestehend aus 36 Blättern; der Name des Spieles heisst> Spadi««. ¹³Dabei handelt es sich um sogenannte Trappolierkarten für das Trap-pola- Spiel eine Variante mit italienischen Farbzeichen aus dem 16.Jahrhundert, die im Raum Venedig entstand und mit 36 Karten gespieltwird. 15 Die Karten wurden bei der Firma Eduard Knepper& Co. unterder Adresse» Alte Wieden Hauptstrasse Nr. 51« in Wien produziert,dem Steuerstempel zufolge in der Zeit zwischen 1858 und 1877. WeitereTrappolierkarten aus dem Museumsbestand stammen von FriedrichEurich in Linz. Diese mit 1811 im Firmenstempel datierten Karten mitEinfachbild sind die ältesten Spielkarten im Grafikdepot des Museums.16Auch vom Grazer Kartenmaler Anton Herrl besitzt das Museum Trap-polierkarten. Die Beschriftung befindet sich auf Schwerter- II:>> Diesefeine Trapulierkarten sind zu finden bei Anton Herl[ sic!] buerg: Karten-mahler[ sic!] in Graz«. Sie wurden in den vierziger Jahren des 19. Jahr-hunderts hergestellt.

13 Trappola( ÖMV/ 25), 36 Blatt, Doppelbild, Rückseite Wiener Blitz. Der hier ver-wendete Begriff» Spadi«< kommt vermutlich vom italienischen spade(» Schwerter<<).Vgl. dazu Strehl 1992( wie Anm. 13), S. 232 f.

14 Der Begriff» Trappola« bedeutet im Italienischen>> Falle<<.

15

Ein Druckstock für Trappolierkarten aus dem 18. Jhd.( ÖMV/ 26.372) befindet sich

im Museum.

16 Trappola( ÖMV/ 46.194), 33 Blatt, Einfachbild, Rückseite marmoriert. GemäßKunstrückgabegestz( BGBL I 181/1998) erfolgen derzeit Recherchen zur Proveni-enz dieses Objekts.