Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde119 (2016) / N.S. 70Nikitsch, Herbert: »Volkskunde für Jedermann« & Adolf Mais

  
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»Volkskunde für Jedermann« & Adolf Mais : zwei fachgeschichtliche Assoziationen
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Herbert Nikitsch,» Volkskunde für Jedermann«& Adolf Mais

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Schmidt befürchtete also nichts weniger als die Abspaltung einesbeträchtlichen Depotbestandes des Wiener Volkskundemuseumsdiese Befürchtung hatte er zurecht. Denn Mais, der wie gesagt das» Ost-material<< des Museums zunächst in eigenen Ausstellungen ausschnitt-weise präsentiert hatte, betrieb seinen Plan für ein» ÖsterreichischesOstmuseum<< mit Nachdruck war dies doch seiner Ansicht nach>> vonseiten der musealen Bestände lediglich eine Raumfrage, von seiten derOstforschung eine dringende Forderung, von seiten der ruhmreichenTradition Österreichs eine historische Verpflichtung«.61 Und wennMais, der trotz Einwand seines Chefs zunächst zum Kustos I. Klasse( 1961) und 1970 zum wissenschaftlichen Oberrat ernannt wurde, späterauch tatsächlich die Laudongasse verlassen hat, so anders, als Schmidtsich das vorgestellt hatte: Mit Erlass vom 27. Juni 1973 wurde Mais vonMuseum versetzt und» mit sofortiger Wirkung dem Verein Ethnogra-phisches Museum subventionsweise als Leiter des EthnographischenMuseums Schloß Kittsee zur Dienstleistung zugeteilt«<- inklusive desfür die Museumsdirektion bitteren Nachsatzes, dass» der Dienstpostendes Genannten[...] weiterhin beim do. Museum gebunden[ bleibt] und[...] sohin nicht neu besetzt werden[ kann].« 62

Mais hatte in dieser Angelegenheit wohl auch Rückhalt auf höhe-rer politischer Ebene. So bestellte ihn Unterrichtsminister Piffl- Perčevićnicht nur» auf eigenen/ meinen Vorschlag« zum» Mitglied der Diszip-linarkommission bei der Finanzlandesdirektion für Wien, Niederöster-reich und Burgenland[...] für das Österreichische Museum für Volks-kunde<< 63, sondern» schaltete sich[...] mit einem sehr erfolgreichen Planein. Die Ostabteilung des Museums sollte jährlich zwei Sonderausstellun-gen unter dem gemeinsamen Obertitel> Aus der Volkskultur der Ost- undSüdostgebiete der ehemaligen Donaumonarchie< veranstalten, die vom

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Mais 1963( wie Anm. 44), S 170. Was die Raumfrage anlangte, fasste er, da erden>> Gesamtbedarf« mit» ungefähr 40 Großräumen« veranschlagte, zunächst keinegeringeren Gebäude wie das damals leer stehende Schloßhotel Cobenzl oder bevor-zugt das Schloß Hof des Prinzen Eugen, das größte der Marchfeldschlösser, insAuge, ebd., S. 169.

Schreiben von Bundesministerin Firnberg an die Museumsdirektion vom 27. Juni1973( ÖMV, PA Mais).

Schreiben Piffl- Perčević an Mais vom 19. Jänner 1968( ÖMV, PA Mais).

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