Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde119 (2016) / N.S. 70Nikitsch, Herbert: »Volkskunde für Jedermann« & Adolf Mais

  
Aufsatz in einer Zeitschrift 
»Volkskunde für Jedermann« & Adolf Mais : zwei fachgeschichtliche Assoziationen
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Herbert Nikitsch,» Volkskunde für Jedermann«& Adolf Mais

jedenfalls verwunderlich- immerhin haben wir in ihm einen der damalsrenommiertesten und bekanntesten österreichischen Fachvertreter voruns. Über den Grund für diese Absenz kann man nur spekulieren. Per-sönliche Zwistigkeiten mit dem Herausgeber Adolf Mais, von denennoch die Rede sein wird, können für die Zeit der Entstehung bzw. desErscheinens des Buches noch ausgeschlossen werden. Und so mag esdaran liegen, dass die» Österreichische Volkskunde für Jedermann«<, dieübrigens insgesamt recht> bundesland- lastig ausgefallen ist, im Zusam-menhang mit einem kultur- und gesellschaftspolitischen Einsatz desFaches zu sehen ist, dem Schmidt zeitlebens reserviert begegnete. Denndieser Sammelband, als eine» volkstümliche Darstellung unserer Volks-kultur« auf den Markt gebracht, fügte sich in die Reihe jener halboffi-ziellen apologetisch- glorifizierenden Publikationen der Jahre vor demStaatsvertrag, wie sie etwa vom» Österreichischen Bundesverlag«< odervon der Österreichischen Staatsdruckerei 28 oder auch von kleineren Ver-lagen( wie eben dem» Pro domo Verlag« 29) herausgebracht wurden und indenen sich die politische Funktionalisierung volkskundlich kanonisierterThematik bei der Formierung und Betonung der nationalen Eigenstän-digkeit der ehemaligen Ostmark zeigt.30 Damit steht die»> Volkskunde für

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Vorkriegszeit von Adolf Spamer( Die deutsche Volkskunde. 2. Bde., Leipzig 1934)zur Seite stellen könnte.

Bestes Beispiel ist etwa das 1948 im Auftrag des Bundespressedienstes im Verlagder Österreichischen Staatsdruckerei herausgegebene» Österreich- Buch<<. ErnstMarboe: Das Österreich- Buch. Wien 1948.

In dieser»> Verlagsbuchhandlung« gegründet 1951 von der» Kriegerswitwe« MariaA. Petricek, aus dem Gewerberegister gelöscht am 4.2.1990, dem Todestag derGewerbeberechtigten sind zeitgleich weitere einschlägige Publikationen erschie-nen, etwa Karl Haiding: Österreichs Märchenschatz. Ein Hausbuch für jung undalt( 1953) oder Elli Zenker- Starzacher: Es war einmal... Deutsche Märchen aus demSchildgebirge und dem Buchenwald( 1956). Der» Pro domo- Verlag« verstand sichlaut Ansuchen um die Verlagskonzession als auf»> schöngeistiges Schrifttum und vorallem volkskundliches Schrifttum<< ausgerichtet. Siehe dazu Firmenakt>> Verlags-buchhandlung Maria A. Petricek- Pro Domo- Verlag Wien«<, WirtschaftskammerÖsterreich Archiv, Bestand: Archiv Fachgruppe Buch- und Medienwirtschaft

Wien.

Herbert Nikitsch: Volkskunde in Österreich nach 1945. In: Petr Lozoviuk, Johan-nes Moser( Hg.): Probleme und Perspektiven der volkskundlich- kulturwissen-schaftlichen Fachgeschichtsschreibung(= Bausteine aus dem Institut für SächsischeGeschichte und Volkskunde, 7). Dresden 2005, S. 79-101, hier S. 86.

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