Aufsatz in einer Zeitschrift 
Alltagsverstand : zu einem hegemonietheoretischen Verständnis alltäglicher Sichtweisen und Deutungen
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Alltagsverstand. Zu einemhegemonietheoretischen

Verständnis alltäglicherSichtweisen und Deutungen

Ove Sutter

Der Beitrag führt interdisziplinäre Überlegungen und Konzepte zu einem hegemonie-theoretischen Verständnis von alltäglichen Sichtweisen und Deutungen zusammen.In einem ersten Schritt wird dieses vor dem Hintergrund von Antonio Gramscis Überlegun-gen zum Begriff des Alltagsverstands sowie deren interdisziplinärer Rezeption erarbeitet.Im Anschluss werden Parallelen zwischen Gramscis Verständnis von Hegemonie undAlltagsverstand und Michel Foucaults gouvernementalitätstheoretischen Arbeiten aufge-zeigt, um es dann mit Pierre Bourdieus Konzept des Alltagsverstands vergleichend zusam-menzuführen. Abschließend wird auf Moritz Eges jüngsten Vorschlag zur Formulierungder empirischen Kulturanalyse als>> Konjunkturanalyse« im Sinne einer umfassenderenAnalyse gesellschaftlicher Prozesse und Formationen eingegangen, der ebenfalls Verbin-dungen zu den Ansätzen Gramscis herstellt.

Einleitung

In meinem Beitrag führe ich macht- und herrschaftstheoretische Überle-gungen und Konzepte aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen, diesich auf den für die empirischen Kulturwissenschaften als» Alltags- undErfahrungswissenschaft« ¹ so wichtigen Forschungsgegenstand der alltäg-lichen Sichtweisen und Deutungen beziehen lassen. Im Mittelpunkt derAuseinandersetzung steht die Frage, wie sich alltägliche Sichtweisen undDeutungen im Rahmen der empirischen Kulturanalyse als Gegenstand

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Katharina Eisch- Angus: Kultur- Konzepte zwischen künstlerischer und ethnographi-scher Forschung. In: Reinhard Johler u.a.( Hg.): Kultur_Kultur. Denken, Forschen,Darstellen. 38. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde in Tübingen21.- 24. September 2011. Münster u.a. 2013, S. 278–281, hier S. 278. So schreibtz. B. auch Ina Merkel:» Unser Fach versteht sich als Erfahrungswissenschaft, die