Aufsatz in einer Zeitschrift 
Sammlung verpflichtet : wie das Wiener Museum für Angewandte Kunst 1993 sein Depot neu zur Geltung brachte
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6 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXX/ 119, 2016, Heft 1+ 2

Direktor des Department of Practical Art befördert. Semper ersuchte ihnum eine Stelle. Cole fasste Semper zunächst als Lehrer für den Keramik-unterricht ins Auge, ließ von diesem Plan aber ab, weil er an der Kompe-tenz des Aspiranten auf diesem Feld zweifelte. Stattdessen verlangte ereine Schrift, die Semper selbst als» eine Art illustrirten und raisonnieren-den Catalog über das ganze Gebiet der Metallotechnik« ³ definierte undim August 1852 unter dem Titel Practical art in metals and hard materialsbei Cole einreichte. Einen Monat später stellte dieser ihn als Lehrer für» principles and practice of Ornamental Art applied to Metal Manufactu-rers<<" ein.

Dieses Manuskript, das zunächst als Lehrexposé angelegt war, solltespäter die Grundordnung der Sammlungen wichtiger kunstgewerbli-cher Museen bestimmen, 5 unter anderem im South Kensington Museumin London( 1851, heute Victoria& Albert Museum) und im ersten kunst-gewerblichen Museum des Habsburgerreichs, dem k.k. ÖsterreichischenMuseum für Kunst und Industrie( dem heutigen MAK), das 1864 in Wieneröffnete. Das Manuskript ist später unter dem Titel The Ideal Museum.Practical art in metals and hard materials berühmt geworden.6

Sempers Ideales Museum ist der utopische Entwurf eines( kunst-gewerblichen) Museums, das alle Gegenstände nach ihren Materialiensortiert. Die Grundeinheit dieses Museum ist ein rechteckiger Raum,der in vier quadratische Einheiten unterteilt ist. Die Vierteilung ent-spricht Sempers These der vier grundlegenden Bearbeitungstechnikenim Kunstgewerbe: der Stoff-, Keramik-, Holz- und Steinbearbeitung.'

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Zit. nach Isabella Nicka:» Even the Question of Material is a Secondary One...<<.

In: Rainald Franz, Andreas Nierhaus( Hg.): Gottfried Semper und Wien. DieWirkung des Architekten auf»> Wissenschaft, Industrie und Kunst«. Wien 2007,S. 51-58, hier S. 51.

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Ebd., hier S. 52.

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Vgl. Barbara Mundt: Über einige Gemeinsamkeiten und Unterschiede von kunst-gewerblichen und kulturgeschichtlichen Museen. In: Bernward Deneke, RainerKahsnitz( Hg.): Das Kunst- und kulturgeschichtliche Museum im 19. Jahrhundert.Vorträge d. Symposions im German. Nationalmuseum( Nürnberg). München 1977,S. 143-149.

Gottfried Semper: The Ideal Museum. Practical Art in Metals and Hard Materials,hg. v. Peter Noever. Wien 2007.

>> The roots or fundamental Motives of all human Works are identical with the firstElements of human Industry, which are the same every where( sic!), namely( A).Twisting, Weaving and Spinning( production of thin and pliable tissues by Art)( B).