Sammlung verpflichtet. Wie dasWiener Museum für AngewandteKunst 1993 sein Depot neu zurGeltung brachte
Thomas Thiemeyer
Das Wiener Museum für Angewandte Kunst( MAK) zeigte von 1993 bis 2013 einen Teilseiner Bestände als Studiensammlung. Im deutschsprachigen Raum war es damit einesder ersten Museen, das ein in Kanada und den USA etabliertes Format nutzte. DiesesFormat nenne ich Depotausstellung. Depotausstellungen sind Museumspräsentationen,die besonders viele Dinge zeigen, die sie( zunächst) nicht erklären, sondern als großesSchaubild in Räumen präsentieren. Diese Schauräume sollen optisch und/ oder erkenntnis-theoretisch dem Depot ähneln.
Der Beitrag will am Beispiel des MAK einen genaueren Blick auf diesen Ansatz werfenund fragt, weshalb das Museum ausgerechnet 1993 zu einer Präsentation als Studien-sammlung zurückkehrte bzw. inwiefern sich dieser Studiensammlungsansatz von früherenähnlichen Präsentationsformen unterschied und wo er diese( unter neuen Vorzeichen)fortsetzte. Die ersten beiden Teile des Beitrags setzen historisch an, fragen nach der Logikder MAK- Sammlungen und nach dem Selbstverständnis dieser Institution während ihrerGründungszeit. Teil drei widmet sich der MAK- Studiensammlung( 1993-2013), bevor amEnde dieses Beispiel in den größeren Kontext der Depotausstellungen der Gegenwarteingeordnet wird.
Das Österreichische Museum für angewandte Kunst/ Gegenwartskunst( MAK) zeigte von 1993 bis 2013 einen Teil seiner Bestände als Studien-sammlung. Im deutschsprachigen Raum war es eines der ersten Museen,das ein Format nutzte, das in Kanada und den USA etabliert worden warund in den 1990er und 2000er Jahren in Deutschland, Österreich undder Schweiz zunehmend populär werden sollte. Dieses Format nenne ichDepotausstellung. Depotausstellungen sind Museumspräsentationen, diedas Depot zum Thema machen( das Schaudepot ist die bekannteste Vari-ante): Sie zeigen besonders viele Dinge, die sie( zunächst) nicht erklären,