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120 (2017) / N.S. 71
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Chronik der Volkskunde

der Lehre in der Schweiz dazu führten, Geschlechterungerechtigkeit zuzementieren und Hierarchien in der Lehre zu festigen. So übernahmetwa der Mittelbau den überwiegenden Teil der Lehrverpflichtung, undwährend Frauen für die Einführungsveranstaltungen zuständig waren,blieb das Hauptstudium eine Männerdomäne.

In den abschließenden Tagungskommentaren hob Leonore Scholze-Irrlitz( Berlin) hervor, wie eindrücklich ihr die Tagung die vielfältigen,vor allem thematisch und persönlich konfigurierten internationalenNetzwerke in der Nachkriegszeit bewusst gemacht bzw. vor Augengeführt hat. Es wurde ihr deutlich, wie stark diese als Ressourcen genutztwurden, wofür ein Wissensbegriff nach Fredrik Barth künftig eine sinn-volle heuristische Kategorie sein könnte. Sie schloss sich der Einschät-zung Christian Marchettis an, dass es nun an der Zeit sei, so manchestandortgebundenen geschliffenen Eitelkeiten", die mitunter Blindheitgegenüber diesen fachhistorischen Bezügen geführt hätten, hinter sich zulassen.

Friedemann Schmoll( Jena) regte an, stärker als bisher das Augenmerkauf eine gemeinsame internationale Fachgeschichte" jenseits engernationaler disziplinärer Käfige zu legen. Um diese schreiben zu kön-nen, müssten verstärkt die jeweiligen politischen und gesellschaftlichenRahmenbedingungen thematisiert werden, die den offenbar immer wie-der vorhandenen Wunsch nach internationaler Zusammenarbeit zwarbegrenzen und einschränken, aber nicht völlig blockieren konnten.

Sophie Elpers( Amsterdam) warf in ihrem Kommentar schließlich dieFrage nach der je nationalen Rezeption internationaler Arbeiten auf undplädierte somit für einen differenzierten Internationalitätsbegriff. Wel-che Formen von Internationalität gab und gibt es und welche Aspekte,etwa den volkskundlichen Braindrain, sind noch nicht breit ausgeleuch-tet? Elpers erinnerte in diesem Zusammenhang an Rudolf Braun, derzunächst den Verbleib im englischsprachigen Ausland einer etwaigenWeiss- Nachfolge in Zürich vorzog.

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Die Ergebnisse der Tagung werden in einem Tagungsband erschei-

Margaretha Schweiger- Wilhelm

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