Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde120 (2017) / N.S. 71Depner, Anamaria: „Pflegedinge“ transdisziplinär betrachtet

  
Aufsatz in einer Zeitschrift 
„Pflegedinge“ transdisziplinär betrachtet : über den Versuch einer objektzentrierten, empirisch fundierten Methodengenese
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Anamaria Depner ,,, Pflegedinge transdisziplinär betrachtet

konzipiert und die Materialität, die Stofflichkeit der Dinge wird stetsim Blick behalten. Wird nach Bedeutung gefragt, so auch jenseits einessemiotischen Verständnisses, wie es beispielsweise für den Symboli-schen Interaktionismus im Sinne eines Herbert Blumer in der Soziolo-gie der Fall ist. Aber auch der Verlust und Wandel der Bedeutung( en)oder besser, der Rollen von Dingen ist Untersuchungsgegenstand derMaterial Culture Studies ebenso wie die menschliche Interaktion mitund die menschliche Beziehung zu den Dingen. Gerade in der deutsch-sprachigen Forschungsliteratur findet sich eine starke Hinwendung zuder Frage nach der Rolle der physischen Präsenz der Dinge für unsereWahrnehmung und die Konstitution der uns umgebenden Dinge, aberauch für unsere Selbstwahrnehmung als leibkörperliche Wesen.' Nichtzuletzt aufgrund ihrer stofflichen Beschaffenheit können Dinge Hand-lungen ermöglichen oder behindern und sind mit Menschen und anderenDingen auf unterschiedlichen Ebenen verbunden. Autoren wie AndreasKuntz, Martin Scharfe, Gudrun König 10 oder Hans Peter Hahn" habendies bereits mehrfach aufgezeigt. Der Historiker und RaumtheoretikerKarl Schlögel bringt es anschaulich auf den Punkt wenn er mit Blick auf9/11 formuliert: Wir sind durch alle kulturellen Vermittlungen hindurchdaran erinnert worden, dass nicht alles Zeichen, Symbol, Simulacrum,

7 Hans Peter Hahn, Jens Soentgen: Acknowledging Substances. Looking at theHidden Side of the Material World. In: Philosophy and Technology 24/1( 2010),S. 19-33; Waldenfels( wie Anm. 2) und Anamaria Depner: Dinge in Bewegung.Zum Rollenwandel materieller Objekte. Eine ethnographische Studie über denUmzug ins Altenheim( zugl. Diss. Univ. Frankfurt a. M. 2013). Bielefeld 2015.Andreas Kuntz: Erinnerungsgegenstände. Ein Diskussionsbeitrag zur volks-kundlichen Erforschung rezenter Sachkultur. In: Ethnologia Europaea 20( 1990),S. 61-80.

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Martin Scharfe: Kulturelle Materialität. In: Karl C. Berger, Margot Schindler,Ingo Schneider( Hg.): Erb.gut? Kulturelles Erbe in Wissenschaft und Gesellschaft.( Buchreihe der Österreichischen Zeitschrift für Volkskunde, N.S. Bd. 23). Wien2009, S. 15-33.

Gudrun König: Zum Lebenslauf der Dinge. Autobiographisches Erinnern undmaterielle Kultur. In: Hermann Heidrich( Hg.): SachKulturForschung. GesammelteBeiträge der Tagung der Arbeitsgruppe Sachkulturforschung und Museum in derDeutschen Gesellschaft für Volkskunde vom 15. bis 19. September 1998 in BadWindsheim(= Schriften und Kataloge des Fränkischen Freilandmuseums, Bd. 32).Bad Windsheim 2000, S. 72-85.

Hahn( wie Anm. 5).

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