Chronik der Volkskunde
Sandra Kobel( Salzburg Museum) plädierte in ihrem Vortrag für dieZusammenarbeit mit Künstler* innen. Diese könne bei der Beziehungsar-beit mit geflüchteten Menschen, deren biographischer Hintergrund oft-mals eine Herausforderung für Vermittler* innen im Museum darstellt,bereichernd sein.„ Künstlerische Kunstvermittlung“, so Kobel in Anleh-nung an die Vermittlungstheoretikerin Carmen Mörsch, biete Strategien,Ansätze und Methoden, welche innerhalb einer Vermittlungssituationvon einer Person oft nicht geleistet werden können.
Wo beginnt und wo hört die Arbeit von Kunst- und Kulturvermitt-ler* innen auf? Eine zentrale Frage, welche auch die Vermittlungs-abteilung der Oberösterreichischen Landesmuseen in Linz beschäf-tigte. Sie bezogen sich auf einzelne Vorfälle, bei welchen bei denTeilnehmer* innen durch das Vermittlungsprogramm emotionale Erin-nerungen und Assoziationen hervorgerufen worden waren und mitdessen Auswirkungen und Folgen sich die Kulturvermittler* innenherausgefordert sahen. Ziel ihres Beitrages war darzustellen, dass dieTrennung zwischen Vermittlungs- und Sozialarbeit eine oft schwer ein-zuhaltende Grenze darstellt. Welche Anforderungen werden damit anKunst- und Kulturvermittler* innen der Zukunft gestellt? Je nach Pro-jektart, so die vertretenen Kulturvermittler* innen der oberösterreichi-schen Landesmuseen, kann es durchaus notwendig sein, neue Koope-rationsformen beispielsweise mit Sozialarbeiter* innen- anzudenken.Katharina Richter- Kovarik( Volkskundemuseum Wien) ging beispiels-weise eine Kooperation mit einer Kunsttherapeutin ein, die Workshopsfür unbegleitete minderjährige Schutzsuchende anbot. Die daraus ent-standenen Arbeiten, so zeigte Richter- Kovarik in ihrem Beitrag auf,wurden im Volkskundemuseum Wien präsentiert und gemeinsam mitden Jugendlichen besprochen.
Migration und Integration bedürfen also neuer Formen der Koope-ration und Kommunikation. Zudem, so betonten Dunja Schneider( Len-tos Kunstmuseum/ Nordico Stadtmuseum Linz) und Sandra Kobel( Salzburg Museum), sei es von großer Notwendigkeit, zielgruppenüber-greifend zu arbeiten. Das partizipative und integrative Ausstellungspro-
1 Siehe hierzu: Carmen Mörsch: Künstlerische Kunstvermittlung: Die GruppeKunstcoop im Zwischenraum von Pragmatismus und Dekonstruktion. In: VictorKittlausz, Winfried Pauleit( Hg.): Kunst- Museum- Kontexte. Perspektiven derKunst- und Kulturvermittlung. Bielefeld 2006.
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