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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXXI/ 120, 2017, Heft 1+ 2
and the do- it- yourself search for adequate housing? How does heritageinteract with notions of home and belonging, with past structures andways of life brought into the present? How are these represented in themuseum and the archive? How is dwelling marked from daily repaststo ritual feasting?" Bei der Lektüre dieses Fragenkatalogs wird deutlich,dass das Thema zwar konzise klingt, aber ausgesprochen weit gespanntekulturanalytische Bezüge erlaubt. Dabei bietet das Schlüsselwort„ dwel-ling"- das ebenso als Substantiv wie als Verb gelesen werden kann – dieMöglichkeit, Materialitäten und Praktiken immer schon zusammenzu-denken. Das Wohnen ist nicht ohne die Wohnung vorstellbar, das Hau-sen nicht ohne die Behausung- und umgekehrt. Eben diese sozusagendialektische Figur prägte viele der Göttinger Panels und Vorträge. Derbesseren Übersicht diente dabei eine einprägsame Gliederung in über-geordnete Themenkomplexe, so dass etwa drei Panels zur Erzählfor-schung, acht Panels zu Themen rund um den Körper und neun Panelszu Fragen von„ urban space" abgehalten wurden. Die beiden mit jeweilself Panels am stärksten besetzten Themenkomplexe waren mit den Kür-zeln ,, Home" bzw.„ Migration" versehen- ein zentraler Hinweis auf dasSpannungsfeld von Zu- Hause- und Unterwegssein, welches den Alltagin der Spätmoderne bestimmt. Die Frage etwa, wie MigrantInnen sichihr neues, fallweise nur temporäres und prekäres Zuhause schaffen, zogsich wie ein roter Faden durch die Kongresstage.
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Dennoch: Bei nicht wenigen Panels und Vorträgen des Kongressesmusste die Frage nach zwingenden Bezügen zum Thema„ Ways of Dwel-ling" offen bleiben etwa wenn im von Birgit Abels( Göttingen) undBarbara Titus( Amsterdam) geleiteten, hochinteressanten und ergiebi-gen Panel„ Dwelling in musical movement“ musikalische Praktiken allerArt auf das Leitmotiv des„ Wohnens“ und„ Hausens“ zurechtgebogenwurden. Oder an anderer Stelle, wenn Viveka Torell( Borås) und AnneliPalmsköld( Göteborg) recht heterogene Beiträge zu traditionalistischenHandwerkstechniken unter dem Stichwort„ Dwelling in craft“ versam‐melten. Insgesamt aber machte das Kongressthema durchaus Sinn underzeugte einen spezifischen Erkenntnisgewinn, der mittels konsisten-ter Reflexionen von Raumpraktiken des Wohnens und Sich- Behausenserreicht wurde. Einmal mehr zeigte sich, dass die räumliche Dimen-sion der sozialen Welt ein solider Schlüssel ist, um soziale Hierarchien,
1 Ways of Dwelling. Crisis, Craft, Creativity. 13th SIEF Congress GöttingenGermany. March 26th- 30th 2017. Programmheft, Göttingen 2017, S. 7.