Chronik der Volkskunde
,, Ways of Dwelling. Crisis, Craft, Creativity".
13. Kongress der International Society for Ethnology and Folklore( SIEF)in Göttingen, 26.- 30. März 2017
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Ende März diesen Jahres fand in Göttingen der 13. Kongress der Inter-national Society for Ethnology and Folklore( SIEF) statt. Mittlerweilewird dieser Kongress alle zwei Jahre abgehalten; die Veranstaltungsorteder letzten Jahre waren Lissabon( 2011), Tartu( 2013) und Zagreb( 2015)gewesen. Nun war also- als erster deutscher Standort überhaupt- dasGöttinger Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologiean der Reihe, das den Kongress durchweg vorbildlich vorbereitet, orga-nisiert und durchgeführt hat. Das übergreifende Kongressthema lautete" Ways of Dwelling"; zur Debatte standen Praktiken und Materialisierun-des Wohnens und Hausens- und das in einem weiten Sinn. Ähnlichwie etwa 2011 in Lissabon, als das Thema„ People make Places" theore-tische und empirische Beiträge zu allen Formen von Ortsbezügen undRaumpraktiken erlaubte, war auch diesmal in Göttingen das Thema sozugeschnitten, dass einerseits ein aktuelles und distinktes Forschungsfeldabgebildet wurde, aber dennoch möglichst viele der laufenden Forschun-gen aus der internationalen Folkloristik/ Kulturanthropologie/ Europäi-schen Ethnologie/ Kulturanthropologie im Programm Platz fanden. Dervorliegende knappe Kongressbericht kann in keiner Weise eine inhalt-liche Rückschau auf die rund 660 Forschungsbeiträge und Posters desKongresses bieten, der mit seinen 21 parallel laufenden Panels vermutlichauch für den abgebrühtesten kulturwissenschaftlichen Workaholic eineglatte Überforderung darstellte. Er liefert nicht mehr als einige Impres-sionen vom Kongressgeschehen und deutet einige der Themen und Ten-denzen an,die in Göttingen ihren Niederschlag gefunden haben.
Zum Einstieg lohnt sich ein Blick in den kleinen Text zum Thema,den die VeranstalterInnen dem Kongressprogramm vorangestellt habenund in dem sie ihr Verständnis der„ ways of dwelling“ erläutern. Hiersind es vor allem die Fragen, die wegweisend sind:„ How are the chal-lenges occasioned by ever changing understandings of good, efficient,economical, compatible, or ecological homes intertwined with questionsof building and safety, hospitality and boundary- drawing, ownership andsharing? How do craftsmen and designers, architects, planners and policymakers maintain and transform urban spaces and the countryside? Whatkinds of co- operations and oppositions emerge between the planned
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