Does Matter Matter? MethodischeZugänge zur situierten Wirksamkeitvon Objekten am Beispiel vonProduktimitationen in China
Marius Meinhof
Der Aufsatz schlägt das ethnomethodologische Konzept der procedural consequentialityals methodologische Anregung für die Untersuchung von Objekten vor. Statt das Verhält-nis zwischen Diskursen, Praktiken und Objekten durch eine logisch deduzierte Sozial-theorie universell zu bestimmen, fragt dieses Konzept, welche Auswirkungen Diskurse,Praktiken oder Objekte auf den Verlauf von beobachtbaren, situierten Ereignissen haben.Dabei wird mit der Möglichkeit gerechnet, dass scheinbar gleiche Objekte in unter-schiedlichen Situationen ganz verschiedene Konsequenzen zeigen können oder dass ihremateriellen Eigenschaften vielleicht sogar überhaupt nicht relevant werden. Um dieseHerangehensweise zu plausibilisieren, wird die procedural consequentiality von Produkt-imitationen in drei verschiedenen Situationen in China kurz dargestellt. Den vermeintlich„ gleichen“ Objekten kommt dabei in verschiedenen Situationen völlig unterschiedlicheRelevanz zu. Statt eine übergreifende Phänomenologie der Imitation zu entwickeln, scheintes daher sinnvoller, nach der situationsspezifischen procedural consequentiality der Dingezu fragen.
und vermutlich
In der kulturwissenschaftlichen Konsumforschungauch darüber hinaus wird man sich zunehmend bewusst, dass wir inasymmetrisch verflochtenen Modernen leben, die sowohl Verflechtun-gen als auch Asymmetrien ständig aufs Neue lokal herstellen. Dabeirückt auch die Rolle von Objekten als Vehikel und Mediatoren dieserasymmetrischen Verflechtungen in den Mittelpunkt der Aufmerksam-keit. Objekte zu thematisieren, die immer auch materiale Gegenständesind, wirft aber für die Soziologie, die meist mit verschiedenen Formen
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Sebastian Conrad, Shalini Randeria( Hg.): Jenseits des Eurozentrismus. Postkolo-niale Perspektiven in den Geschichts- und Kulturwissenschaften. Frankfurt a. M.
2002.