Dinge, Praktiken und Diskurseals Elemente in Dispositiven
das Beispiel, Individuelle Förderung'
Andrea D. Bührmann und Kerstin Rabenstein¹
In der qualitativen( Bildungs-) Forschung spielen die Dinge und die Frage nach ihrem( Mit)Wirken in Bildungspraxen eine zunehmend größere Rolle. Allerdings werden Diskurse undsomit auch machttheoretische Fragen in den vorliegenden Studien eher nicht berücksich-tigt. Ausgehend von einem Einblick in die bislang in der Bildungsforschung eingenomme-nen Perspektiven auf die Dinge formulieren wir deshalb den Vorschlag, Dinge, Praktikenund Diskurse als Elemente in Dispositiven zu untersuchen. Plausibilisiert wird er anhandeiner Skizze zum Förderdispositiv.
Bildungspraxen sind gegenstandsangemessen nur zu verstehen, so unsereAusgangsthese, wenn man einen methodologischen Zugang ihrer Beob-achtung entwickelt, der es erlaubt, sie im Zusammenspiel mit( diskursi-ven und nicht diskursiven) Praktiken² sowie als deren Materialisierungenin den Blick zu nehmen und ihr Mitwirken in Praktiken zugleich inmachttheoretischer Perspektive zu analysieren. In der qualitativen Bil-dungsforschung wurden Bildungspraxen allerdings lange Zeit vorrangigals diskursive Praxen untersucht. Wenn es ein bildungswissenschaft-liches Forschungsinteresse an den Dingen gab, richtete sich dieses vor-rangig auf die symbolische Bedeutung der Dinge für Bildungssubjekteund resultierte aus einer an einer, Dinghermeneutik' ausgerichteten
1 Andrea D. Bührmann und Kerstin Rabenstein sind PIs im Projekt, SchlözerProgramm Lehrerbildung' im, Handlungsbereich C: Diversität gerecht werden'an der Georg- August- Universität Göttingen. Das Schlözer Programm Lehrerbil-dung wird im Rahmen der gemeinsamen„ Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ vonBund und Ländern mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschungunter dem Förderkennzeichen 01JA1617 gefördert.
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Dabei gehen wir davon aus, dass sich verschiedene Praktiken zu einer Praxisverketten können, aber nicht müssen.