Jahrgang 
106 (2003) / N.S. 57
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2003, Heft 4

Literatur der Volkskunde

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In der Folge beginnt die analytische Beschreibung der Objekte derSammlung Notaras: zuerst die Schalen und Platten( S. 88 ff., 68 Abb.), mitwissenschaftlicher Beschreibung, Vergleichen, Kommentaren und Bibliog-raphie, sodann die Waffen, vor allem Pulvertaschen und-büchsen( S. 164 ff., 70 Abb.), Pistolen und Gewehre, Säbel( S. 190 ff., 82 Abb.), diekirchlichen Gegenstände, vor allem Brotstempel, Evangeliendeckel, Hand-kreuze, liturgische Teller und Kelche, Rauchfässer, Amulette, Lipsanothe-ken, Ikonenvergoldungen( S. 262 ff., 64 Abb.), Krüge( S. 321 ff., 1 Abb.),Becher( S. 325ff., 3 Abb.), Tabaksdosen( S. 218 ff., 20 Abb.), Schreibwerk-zeug( S. 337 ff.), Bestecke( S. 352 ff.), Taschenmesser( S. 364 ff.),Schmuck und Ringe( S. 368 ff.), Ohrringe, Gürtelschnallen( S. 372 ff., vieleAbb.), Kämme( S. 400 ff.), Kaffeekannen( S. 402 ff.), Schüsseln, Schmuck-becher, Schmuckteller, usw. Es folgt ein Abschnitt mit Notariatsakten undhistorischen Dokumenten( S. 427 ff.) in Bezug auf Silber- und Goldgegen-stände( Aussteuerverträge, Nachlässe, Rechnungen, Bestellungen usw.) vonbesonderem kulturhistorischem Wert. Ein Glossar erklärt Ausdrücke derBerufsterminologie und Trachtenkunde, die vielen türkischen und italieni-schen Fachwörter( S. 481 ff.)- eine umfassende Bibliographie( S. 498 ff.)beschließt den Band. Eine editorische Leistung, zu der man alle Beteiligtennur beglückwünschen kann.( WP)

RIEDLER, Reiner: Ukraine. Fotografien. Text von Martin Pollack. Salz-burg, Edition Fotohof im Otto Müller Verlag, 2003, 112 Seiten, 87 Farbabb.

Gibt es noch eine zeitgemäße ethnografische Fotografie? Was bleibt ihr nachder sog. Krise der Repräsentation? Wie sind Kulturen abbildbar, wenn sienicht mehr als statisches Ganzes verstanden werden, sondern als prozesshaftausgehandelt?-- Das sind Fragen, die angesichts einer( trotz aktueller Redevon den neuen Bildwissenschaften) von Bilderfeindlichkeit geprägten Wis-senschaftspraxis viel zu selten gestellt werden.

Wenn die Herausforderung an eine zeitgemäße ethnografische Fotografievielleicht darin besteht, das Leben der Menschen in Bilder zu fassen, dieüber das Dargestellte hinaus etwas von den Zwängen und Optionen ihrerAlltage sichtbar machen, dann ist Reiner Riedlers Fotoband ein zutiefstdiesem Genre entsprechendes Buch. Seine Entstehungsgeschichte ist unge-wöhnlich: Riedler begleitete die österreichische Caritas quer durch dieUkraine eine Auftragsarbeit, die Hilfslieferungen dokumentieren sollteund zum eigenständigen Projekt auswuchs. In einem knappen Nachwortschildert er die Entstehung der Bilder:, Trotz dieser tristen ersten Begeg-