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Literatur der Volkskunde
ÖZV LVII/ 106
Florin Florineth stellt die Frage, was Berge vertragen; Fotos zeigen diedrastischen Folgen mangelnden ökologischen Bewusstseins. In der knappenEinleitung verweist der Autor auf die Zusammenhänge menschlichen Tunsund alpiner Umweltkatastrophen. Schließlich gibt es noch Lyrik von Anto-nio Manfredi und Raoul Schrott sowie einen Prosa- Kurztext über das ,, NaturKino" Rotstein- Kogel von Inga Hosp.
Mit Ausnahme der lyrischen Beiträge von Manfredi und Schrott sind alleTexte in Deutsch und Italienisch zu lesen( wobei die italienischen Passagenimmer links und seltsam blassgrau gedruckt sind); auch eine englischeZusammenfassung ist vorhanden. Der einzige Mangel dieses schönen Bu-ches: Die AutorInnen der Beiträge bleiben über ihre Texte hinaus leiderunbekannt.
Nikola Langreiter
BAUER, Kurt( Hg.): Faszination des Fahrens. Unterwegs mit Fahrrad,Motorrad und Automobil(= Damit es nicht verloren geht. Bd. 50). Wien/Köln/ Weimar, Böhlau Verlag, 2003, 316 Seiten, zahlr. s/ w- Abb.
,, Die Emancipation des Individuums von dem schwerfälligen Gemeinver-kehr durch das Fahrrad, die neugewählte Bewegungsfreiheit der Person, jaihre Beflügelung durch die verführerische Leichtigkeit und Anmuth desRades ist ein Culturfortschritt von unübersehbarer Tragweite...", schriebMichael Haberlandt 1900. Der Völkerkundler( und als solcher Begründerhiesiger volkskundlicher Institutionen) brachte damit früh und anschaulichauf den Punkt, was die ,, Faszination des Fahrens" ausmacht. Und offensicht-lich ahnte Haberlandt bereits, welche gesellschaftlichen Veränderungen vorallem von der damals noch bevorstehenden- Verbreitung der Motorfahr-zeuge ausgehen würde. Ein gutes Jahrhundert später zieht nun der Sozialhi-storiker Kurt Bauer Zwischenbilanz: Er bedient sich dabei lebensgeschicht-licher Erinnerungen, zu denen er großteils über einen Schreibaufruf gekom-men ist. Es kommen Zeitzeugen zu Wort, die fast ausnahmslos in derZwischenkriegszeit geboren und damit in die Gründerzeit der Massen-motorisierung hineingewachsen sind. Als erste Generation überhaupt konn-ten sie mittels Individualverkehrsmittel den eigenen Aktionsraum, geogra-fisch wie sozial, erheblich erweitern.
Das Buch führt durch eine Reihe meist kurzer Berichte über die erstenund prägenden Erlebnisse mit Fahrrad, Motorrad und Auto. Ziel ist esoffenbar, die ,, Faszination des Fahrens" abseits von Theorie und Politik ander erlebten Alltagswirklichkeit zu überprüfen. Dass die an sich Verkehrs-