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Literatur der Volkskunde
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führungen hinauslaufen. Sie sollten freilich im Auge behalten werden- undvielleicht vermag Németh doch noch das eine oder andere in dieser Hinsichtbeizutragen. Seine Kenntnisse und sein Engagement lassen es als möglicherscheinen. Die Darstellung der„ Impulse, Dogmen und Normierungender Schweizer- Reformation"( Zitat aus dem Klappentext) ist jedenfallsals ein eindrucksvolles und wichtiges Werk anzusehen, aus dem auch dasEngagement des Autors für aktuelle Fragen theologischer Art, wie dieFriedensproblematik oder die rechte Gestaltung einer Sozialethik reforma-torischen Zuschnittes, die in Ungarn stets ein wesentliches, wenngleichrecht verschieden entwickeltes Problem darstellte, erkennbar wird.
Die Ausstattung entspricht den von den verschiedenen Reihen des Ver-lages bekannten Normen. Wenn die Zahl der Abbildungen hätte vermehrtwerden können, wäre es der Sache doch dienlich gewesen.
Für eine Volkskunde traditioneller Art ist es ein Buch, das sicher in ihremBereich wenig oder nichts zu suchen hat, im Sinne einer neuen religiösenVolkskunde aber, die wirklich die Motivforschung als wesentliche Aufgabesieht, ist es bedeutsam.
Gustav Reingrabner
OBRIST, Marco( Red.): Schöne Aussicht. Der Blick auf die Berge vonSegantini bis Weinberger/ Bella Vista. Visioni della montagna da Segantinia Weinberger. Wien/ Bozen, Folio Verlag, 2002, 186 Seiten.
Die Publikation„ Schöne Aussicht. Der Blick auf die Berge von Segantinibis Weinberger/ Bella Vista. Visioni della montagna da Segantini a Weinber-ger" erschien als Katalog anlässlich der Eröffnung der gleichnamigen Aus-stellung, die bei kunst Meran ebendort von 14.11.2002 bis 9.3.2003 zu sehenwar. In seiner Einleitung zieht Marco Obrist den Rahmen der Ausstellungauf und gibt einen Überblick zu den Beiträgen, die der Katalog versammelt.Daran schließt eine Reise durch die Ausstellung an, vorbei an Werken vonGiovanni Segantini bis Lois Weinberger und damit auch durch die Zeit.Obrist lenkt die Aufmerksamkeit auf verschiedene künstlerische Ausdrucks-formen und Medien, auf unterschiedliche Entstehungszusammenhänge undgesellschaftliche Kontexte und vermittelt eine erste Idee davon, wie sich derBlick auf die Alpen im Lauf der Zeit veränderte und pluralisierte.
Inspiriert vom Projekt ,, Hotel Vue des Alpes", das zu einem virtuellenAufenthalt in einem einsamen Alpenhotel in unberührter Natur einlädt( unter< http://www.vuedesalpes.com> gibt es digitalen Urlaub!), verdeut-licht Stephan Kunz, dass das Bild der Berge ,, ein vermitteltes“( S. 31) war