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Literatur der Volkskunde
ÖZV LVII/ 106
Zugänglichkeit der Quellen und dem Zustand der Überlieferungsmedien,erarbeitet Gries die ,, deutsch- deutsche Anmutungsgeschichte“ des„ Nord-häuser Korns", der Hamburger„ Nivea“- und der sächsischen„, Florena“-Creme. Schließlich gruppiert Gries sein Resümee um den analytischenBegriff des Vertrauens und mischt sich somit in der Zusammenfassung inaktuelle Debatten der Geschichtswissenschaft ein.
,, Drei Bücher – in einem“ sollte nicht heißen, dass der Ansatz der ,, Pro-dukte als Medien" den Band nicht zusammenhielte. Vielmehr ist es für dieNutzer dieses Buchproduktes von Belang, was der Titel nicht leichthinverrät. Die mehrgliederige Struktur der Arbeit kann nämlich unterschiedli-che Lektüreinteressen bedienen: die Konsumforschung für den deutsch-deutschen Vergleich, die Überprüfung des kommunikationstheoretischenModells für die Analyse materieller Kultur, die Produktbiographien fürSammler, Kuratoren und Museumsleute und die gesamte gelungene Unter-suchung ,, für viele andere mehr“.
Gudrun M. König
LANGREITER, Nikola und Margareth LANZINGER( Hg.): Kontinuität:Wandel. Kulturwissenschaftliche Versuche über ein schwieriges Verhältnis(= Kultur- Wissenschaft, Bd. 5). Wien, Turia und Kant, 2003, 247 Seiten.
Der Sammelband enthält zehn„, kulturwissenschaftliche Versuche", dasdichotome Verständnis der Begriffe Kontinuität und Wandel aufzulösen undnach deren ,, Nebeneinander, nach Überschneidungen oder gegenseitigemBedingen“( S. 7) zu suchen. Unter diesem gemeinsamen Nenner findet sicheine zeitlich wie thematisch sehr heterogene Mischung von Detailstudien.Das Buch baut auf den Diskussionen und Ergebnissen verschiedener Work-shops und Graduiertenkollegs seit 1996 auf.
Im einleitenden Aufsatz von Nikola Langreiter und Margareth Lanzinger,, Kontinuität im Wandel- Wandel in der Kontinuität“ wird das Verhältnisder Begriffstopoi Kontinuität und Wandel aus verschiedenen Etappen undBlickwinkeln der Fachgeschichte( n) beleuchtet und nach deren wechseln-den Bedeutungen und Wertigkeiten befragt. Historischer Wandel findet niein allen Elementen gleichzeitig statt und es gibt stets wechselnde Fließ-geschwindigkeiten. Es kommt zu Gleichzeitigen des Ungleichzeitigkeiten,die eine Dynamisierung in der kulturellen Praxis der Akteure bewirken.
Den Fährten des Antoniusschweins folgt Wolfram Aichinger( ,, Das An-toniusschwein. Ein Fallbeispiel für Prozesse kultureller Kommunikation")vom Mittelalter bis in die Reliktgebiete im Spanien des 20. Jahrhunderts.