Jahrgang 
106 (2003) / N.S. 57
Seite
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Chronik der Volkskunde

ÖZV LVII/ 106

in Art einer Montagekette ein vielfältiges, fast ganzheitliches Tourismuspro-dukt erzeugte- von verkehrstechnischer Infrastruktur inklusive Aufstiegs-anlagen über Unterkunft bis hin zu Attraktionen.

Generell wurde trotz Zeitknappheit intensiv diskutiert, im Speziellen zutransnationalen Vergleichen angeregt. Die Stimmung im Plenum war inter-essiert und wertschätzend, dabei durchaus kritisch. Für ein wenig Kontro-verse sorgte Jean- Pierre Pralong mit seinem praxisnahen Modell der touri-stischen Valorisierung des Alpenraums und seiner Kulturgüter: Geologisch-geomorphologisches, bio- ökologisches und kulturelles Erbe sollten als Po-tenzial erkannt und miteinander verschränkt werden. Vielleicht rief derunbekümmerte Umgang mit Begriffen und der überzeugte Vortrag desGeografen KulturwissenschaftlerInnen auf den Plan, vielleicht erzeugteauch die extreme Anwendungsorientierung mit dem eindeutigen Ziel erfolg-reicher touristischer Nutzung Abwehr: Jedenfalls wurde Reflexion als Auf-gabe von Wissenschaft eingemahnt.

An Disziplinen waren auf diesem internationalen Kongress der Interna-tionalen Gesellschaft für historische Alpenforschung neben Geschichtswis-senschaften Europäische Ethnologie, Geografie und Germanistik vertreten,mehrere Museumsleute beteiligten sich. Die ReferentInnen kamen ausDeutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein und Österreich, aus derSchweiz und Slowenien. Die Tagung war hervorragend organisiert und voneiner stets aufmerksamen Administration/ Koordination geprägt, drei Dol-metscherinnen räumten Sprachbarrieren synchron aus. Wohlbestückte Kaf-feepausen begleiteten durch das dichte Programm, und am Abend gab esjeweils einen angenehmen Ausklang: einen Empfang des Rektors, Einla-dungen in das Alpenverein- Museum Innsbruck und in die HotelfachschuleVilla Blanka sowie zum Abschluss der Veranstaltung eine Exkursion in dasneue ,, Touriseum" in Schloss Trauttmansdorff bei Meran.

Nikola Langreiter und Margareth Lanzinger

,, Frauenalltag"

Symposium im Rahmen des Projekts ,, Alltagskultur seit 1945"Graz, Volkskundemuseum 16./17. Oktober 2003

Graz ist nicht nur Kulturhauptstadt 2003, sondern war auch der Veranstal-tungsort für das Symposium ,, Frauenalltag", das vom Museumsforum Stei-ermark vom 16. bis 17. Oktober 2003 im Volkskundemuseum veranstaltetwurde. Es verstand sich als weiterer Mosaikstein jenes Projekts, das seit2001 unter dem- zwar diskutierten, aber mangels Alternative unveränder-