Jahrgang 
106 (2003) / N.S. 57
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Chronik der Volkskunde

ÖZV LVII/ 106

Positionierung dieses Museums wird nun umso mehr von den angekündig-ten Sonderausstellungen abhängen. Vielleicht werden ja dort Wege beschrit-ten, die dann wieder in die Dauerpräsentation zurückwirken.

Bernhard Tschofen

Universitärer Museumskurs 2003

Mühlviertler Schlossmuseum Freistadt, 22. bis 25. September 2003

Nach vierjähriger Pause und Überwindung etlicher Hürden fand 2003 wie-der ein Museumskurs für die Studierenden des Faches Volkskunde/ Europäi-sche Ethnologie der Universitäten Wien, Graz und Innsbruck statt. Von 22.bis 25. September konnten sich StudentInnen der Institute für EuropäischeEnthnologie in Wien und Innsbruck sowie des Instituts für Volkskunde undKulturanthropologie in Graz im Schlossmuseum Freistadt() mit derPraxis im Museum auseinandersetzen. Veranstalter war wiederum der Öster-reichische Fachverband für Volkskunde.

Die Einführungsvorträge der Referenten und Referentinnen, Franz Gries-hofer, Direktor des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien,Andrea Euler, Leiterin der Volkskundeabteilung der OberösterreichischenLandesmuseen, und Peter Assmann, Direktor der Oberösterreichischen Lan-desmuseen, fanden im renovierten, zu einer Musikschule und einem Kultur-zentrum ausgebauten ,, Salzhof im Altstadtkern von Freistadt statt. Für dieUniversitätsinstitute waren Olaf Bockhorn( Wien), Editha Hörandner( Graz)und Ingo Schneider( Innsbruck) mit StudentInnen angereist.

Franz Grieshofer musste absagen und übersandte seinen Vortrag mit demTitel ,, Museumsgeschichte- Von der Reliquie zum Kulturerbe" an OlafBockhorn, der ihn für die Zuhörerschaft referierte. In dem Referat wurdedie Geschichte des Museums von den frühen Anfängen im 18. Jahrhundertbis zu den institutionalisierten Formen und den ersten ,, modernen" Museendes 19. Jahrhunderts dargestellt. Weiters zeigte er auch die Geschichte derersten volkskundlichen Sammlungen und Abteilungen um das Jahr 1900 aufund beschrieb deren Weiterentwicklung bis hin zu eigenständigen Volkskun-de-, Volkskultur- oder auch Volkskunstmuseen.

Im Zentrum des Referats von Peter Assmann stand das Thema ,, DerBildungsauftrag der Museen". Auch er verwies mit wenigen Worten auf dieGeschichte der Museen. Sie sind aus dem Geist der Aufklärung herausentstanden und beinhalten deshalb von jeher einen gewissen Bildungs-aspekt, auch wenn sich dieser in seinem Charakter und seiner Umsetzungüber die Jahrhunderte deutlich verändert hat.