Aufsatz in einer Zeitschrift 
Museen der Kultur – Kultur der Museen : Perspektiven volkskundlicher Museumsarbeit
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Bernhard Tschofen

ÖZV LVII/ 106

Paradebeispiele dieser Entwicklung. Auch die zaghaft gegründetenFrauenmuseen des deutschen Sprachraums( so in Bonn, Wiesbaden,Meran) und manche thematischen Regionalmuseen vertreten diesenTypus.

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Doch wer heute solche Museen besucht, wird sich wenn sie nichtdie regelmäßige Revision ihrer Konzeptionen und Strategien betrie-ben haben des Eindrucks neu erfundener Kulturprovinzen kaumerwehren können. Sie ordnen sich damit ganz entgegen ihrer Grün-dungsabsichten dem alten Paradigma des Museums unter, wonach beiallen Differenzierungsabsichten materielle Hinterlassenschaften alsSedimente eindeutiger kultureller Ordnungen fungieren. Freilich wardamals das Museum noch weit entfernt von einer Krise der Repräsen-tation, es gab genug nachzuholen und nachzutragen. Aber zwischenden Zeilen der Katalogvorworte, in den theoretischen und konzeptio-nellen Markierungen der Museumsleute und in den Suchbewegungengleichenden Gestaltungspositionen zeichnete sich bereits eine Skep-sis ab, die Jahre später eine neue Qualität erreicht zu haben scheint;steckt doch heute scheinbar paradoxerweise in Zeiten musealerHochkonjunktur- die Institution Museum in ihrer lähmendsten undgleichzeitig fruchtbarsten Krise. Mit Fug und Recht lässt sich nämlichbehaupten, dass die Probleme des Sammelns und Zeigens von Kultur,die dabei evozierten Sinneffekte und gesellschaftlichen Implikatio-nen, nie zuvor Gegenstand so weitreichender Reflexion waren. Diesneben und trotz der seit wenigen Jahren in Europa geführten Debatteum die Ausgliederung der Museen aus der öffentlichen Verwaltung,um ihre Umwandlung in autonome wissenschaftliche Einrichtungenund Kulturinstitute 10 eine Debatte, bei der die mitunter mühsamerworbene Reflexivität der neoliberalen Begeisterung für vermeint-liche Unabhängigkeiten geopfert wird und bei der eine forcierteÖkonomisierung wenig mit der gleichzeitig gewachsenen Skepsisgegenüber den Unschärfen kulturalisierten Arbeitens zu tun hat. ImGegenteil: Ungeachtet dieser Unschärfen ist das durchökonomisierteHaus der Kulturgesellschaft eines, in dem Kultur ein Spiel ohneGrenzen ist und ältere normative Systeme wie Kunst, Gesellschaftoder gar Geschichte konstituiert. Oder, um im eingangs mit der NZZeingeschlagenen Bild zu bleiben: Wenn nach den Hofräten die Mana-10 Ansätze einer Reflexion solcher Prozesse und ihrer Konsequenzen u.a. beiSchneede, Uwe M.( Hg.): Museum 2000. Erlebnispark oder Bildungsstätte? Köln2000.

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