2003, Heft 4
Museen der Kultur- Kultur der Museen
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die entweder das Wiener Rezept„, Gold geht immer" auf regionalesFormat zu adaptieren suchen oder die Unbeschwertheit eines, Muse-ums ohne Sammlung für ein( Kunst-) Ausstellungsprogramm voninternationalem Niveau nützen. Und dann- wenn die Rede auf Volks-kunde und Kulturgeschichte käme- hätte man auch noch zu rappor-tieren, dass ganze Häuser und Abteilungen jahrelang geschlossen vorsich hindämmern können, ohne von der Öffentlichkeit vermisst zuwerden; und ansonsten desparate Kustodinnen und Kustoden nachMitteln und Wegen suchen, ihren sperrigen, inhaltlich den Wissens-stand der Nachkriegszeit( wenn überhaupt) spiegelnden( und bislangebenso dürftig präsentierten) Sammlungen neues Leben einzuhau-chen was oft an den Mitteln und wohl auch an den Ideen scheitert,weil sie ihre Anschlussfähigkeit an Fragen und Bedürfnisse der Ge-genwart verloren zu haben scheinen.6( Auf die Ursachen dafür wirdweiter unten noch zurückzukommen sein.)
Die somit angeschlagene Larmoyanz droht freilich, die eigentli-chen Probleme der Museen zu überdecken. Denn die Krise der Kul-turmuseen trifft nicht nur die personell und finanziell chronischschlecht ausgestatteten Museumsfossile, sondern ein Stück weit auchdie einstmals florierenden Nischen des Kulturbetriebs, jene Einrich-tungen, die vom Museumsboom der letzten 20 Jahre besonders pro-fitiert, ja ihn in quantitativer Hinsicht sogar ausgemacht haben. In derLast der Sammlungen kann ihr Problem nicht liegen, denn oft stehenhinter den Präsentationen schlanke Kollektionen mit recht hoherPassgenauigkeit. Woran liegt es dann, dass der kulturwissenschaft-lich- kulturgeschichtliche Sektor im Museumswesen so wenig Aufse-hen von sich macht? Woran, dass es kaum mehr kontrovers diskutierteKonzeptionen gibt, dass daher auch die theoretische Auseinanderset-zung an Stoff und damit an Bedeutung verloren hat?
Sieht man sich die Entwicklung einiger Häuser in den vergangenenJahren an und das gilt für traditionsreiche Einrichtungen fast glei-chermaßen wie für manche nicht unerfolgreiche jüngere Gründung-
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5 Eine Kritik des nach mehr als anderthalb Jahrzehnten des reduzierten Betriebsam 16. Mai 2003 wiedereröffneten Steirischen Volkskundemuseums siehe indiesem Heft, S. 451-460.
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6 Vgl. zu diesem Befund den die historischen Sammel- und Zeigeabsichten mitden gegenwärtigen Problemen verknüpfenden Essay Flied, Gottfried: ImMuseum. Essayistische Anmerkung zu Geschichte und Funktion der Landesmu-seen in Österreich. In: Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften13( 2002), H. 1(= Gedächtnis- Erinnerung- Identitäten), S. 88–121.