Aufsatz in einer Zeitschrift 
Museen der Kultur – Kultur der Museen : Perspektiven volkskundlicher Museumsarbeit
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Bernhard Tschofen

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ÖZV LVII/ 106

für die öffentliche Wahrnehmung des Museumsbetriebs: Spricht erim Untertitel noch von, Österreichs Museumslandschaft, so redu-ziert der folgende Aufmacher diese bereits auf die ,, Wiener Museenund Ausstellungsorte; und liest man dann den gesamten Beitrag, gibtes nur noch Kunstmuseen Kulturmuseen kommen darin nur vor,sofern sie dem mächtigen Drang in Richtung Kunstbetrieb gefolgtsind. Zwar kommt die Rede kurz auf Völkerkunde- und Theatermu-seum- aber nur im Rahmen einer Auflistung der Einverleibungendurch das Kunsthistorische Museum mit seinem ausführlich portrai-tierten ,, Museumsunternehmer" Wilfried Seipel. Keiner Erwähnunggewürdigt werden das Naturhistorische und das Technische Museum,die wie die anderen Bundesmuseen mehr oder weniger erfolgreichaus der öffentlichen Verwaltung ausgegliedert worden sind, aber auchnicht das Historische Museum der Stadt Wien, das mit all seinenagglomerierten Auslegern und Spielstätten diesen Weg unter seinerneuen Führung gehen wird. Dass das trotz recht ambitionierterAusstellungsvorhaben klein und unsichtbar gebliebene- Österreichi-sche Museum für Volkskunde in der beschaulichen Josefstadt in einersolchen Übersicht nicht einmal gestreift wird, verwundert dann schonnicht mehr.

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Wie immer: Den Museen der Kultur, generell den Universalmuse-en, geht es nicht gut so muss leider auch aus Wiener Sicht derBefund lauten( und die Revue der NZZ ist dafür nur ein Beleg vonvielen). Wie würde er erst mit Blick auf die gesamte österreichischeMuseumslandschaft ausfallen? Und wie, wenn man dann noch diekulturhistorisch und volkskundlich orientierten Abteilungen inner-halb der Museumsverbünde und der Komplettanbieter- Museen in denBundesländern ins Visier nähme? Einerseits müsste man hier vonpersonell ausgehungerten Anstalten berichten, die sich mit oft dürf-tiger Mitgift aus der Landesobhut in die Vollrechtsfähigkeit begebenhaben und in den verschiedensten Zweck- und Rechtskonstruktionenwiederfinden, andererseits von erfolgreich bespielten Kunsthallen,

Museen; vgl. die Sendung Treffpunkt Kultur" zum Thema Wer soll das allessehen? Quotenjagd statt Standortbestimmung in Wiens Museen", ORF- TV 2,Mo., 15. September 2003; zur Diskussion stellvertretend Wischenbart, Rüdiger:Wo geht's hier zur Kultur. In: Der Standard vom 4. September 2003; vgl. DiePresse vom 9. April 2003, sowie vom 17. April 2003.

4 Es hat soeben seinen Relaunch als Wien Museum hinter sich eine Bezeich-nung, die durch Zusatz der jeweiligen Spielstätten ergänzt wird( z.B. ,, WienMuseum Karlsplatz oder Wien Museum Hermesvilla").