Aufsatz in einer Zeitschrift 
Der „Weiler der Königin“ in Versailles : eine Rezeptionsgeschichte
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Nina Gorgus

ÖZV LVII/ 106

Karl XV. ließ einen Bauernhof errichten; sein Nachfolger, Oscar II.,lieẞ Ende des 19. Jahrhunderts eine Kirche und Bauernhäuser in einenPark translozieren.43 Als Artur Hazelius in den 1870er Jahren seinePläne für das 1891 eröffnete Freilichtmuseum Skansen konzipierte,war das Terrain schon vorbereitet ohne die unbestritten starken

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Impulse, die von den Weltausstellungen ausgingen, schmälern zuwollen.

Im 20. Jahrhundert tut sich eine Spur in Frankreich selbst auf. Inden 1930er Jahren, ungefähr zur gleichen Zeit, als die Rockefeller-Stiftung das Petit Trianon und den Weiler restaurieren ließ, wollteman in Paris ein nationales, zentrales Volkskundemuseum aufbauen.Das Konzept, das vorsah, ergänzend dazu dezentrale Freilichtmuseeneinzurichten, konnte aber nicht verwirklicht werden. Man überlegtesich dann, eine Konstruktion nach dem Vorbild des Nordiska- Museetund Skansen zu favorisieren. Auf der Suche nach einem geeignetenStandort hatte das Gründungskomitee um Georges Henri Rivièreschließlich den Schlosspark von Chambord ins Auge gefasst. DerPark des Loire- Schlosses sollte 20 bis 25 translozierte Häuser, reprä-sentativ für die Regionen Frankreichs, aufnehmen. Auch diese Ideewurde aufgegeben, und das Museum fand schließlich einen erstenprovisorischen Standort im Pariser Palais de Chaillot.44 Es hätte sichaber zumindest eine formale Parallele ergeben, und die KonstellationSchloss Weiler hätte sich wiederholt.

In den 1970er Jahren konnte Leopold Schmidt keine Verbindungzwischen Anlagen wie dem Weiler der Königin und Freilichtmuseumfeststellen, da jene bis auf wenige Ausnahmen ,, kaum einen funktio-nellen Sinn hätten. 45 Adelhart Zippelius hingegen stellte Gemein-samkeiten fest in Hinblick auf den Impetus von Weiler und Freilicht-museum: ,, Der sich hier andeutenden Entwicklungslinie ist in der Tateinige Bedeutung zuzumessen, weil nationalromantische verklärteVorstellungen über ein vom Wandel bedrohtes Bauerntum sicher nichtunbeteiligt waren bei der Gründung der ersten Volkskundemuseenund mit ihnen auch der Freilichtmuseen." 46 So, wie der Weiler für eine43 Zippelius, Adelhart: Handbuch der europäischen Freilichtmuseen( Führer undSchriften des Rheinischen Freilichtmuseums und Landesmuseums für Volkskun-de in Kommern 7). Köln 1974, S. 26.

44 Gorgus, Nina: Der Zauberer der Vitrinen. Zur Museologie Georges Henri Ri-vières. Münster 1999, siehe S. 209 ff.

45 Schmidt( wie Anm. 2), S. 318.

46 Zippelius( wie Anm. 43), S. 26f; vgl. auch Harmening, Dieter: ,, So haben Sie