Aufsatz in einer Zeitschrift 
Der „Weiler der Königin“ in Versailles : eine Rezeptionsgeschichte
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2003, Heft 3

Der ,, Weiler der Königin" in Versailles

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Abb. 2: Die Maison de la Reine, umgeben von Baugerüsten, 2002Foto: Nina Gorgus

Ensembles lag, und beherbergten eine Scheune, die später dann alsTanzsaal diente, eine weitere Molkerei, in der Milchprodukte für dieDegustation vorbereitet wurden( beide Gebäude sind heute nichtmehr vorhanden) und einen Taubenschlag.

Die Anlage erforderte eine Reihe von Arbeitskräften für den Un-terhalt. Neben einigen Gärtnern im Gelände des Hameau wurde derBauernhof ab 1785 von einer Familie aus der Touraine bewirtschaftet,die auch Kühe, Schafe und Federvieh hielt. Eine weitere ,, Belebungerfolgte durch die Installation des Gardiens in einem Häuschen inmit-ten des Weilers. Gerade dadurch, dass das Personal das Hameau durchseine Arbeit regelrecht animierte, wurde der Eindruck eines lebendenGenre- Gemäldes erzielt.14

14 Desjardins( wie Anm. 5), S. 291 ff. verweist auf das weit verbreitete Gerücht,Marie- Antoinette hätte 12 arme Haushalte im Hameau zu ihrem Vergnügeninstalliert. Vor dem Hintergrund, dass in englischen Landschaftsgärten Personeneingestellt wurden, um etwa den Eremiten zu spielen, klingt dies nicht soabsonderlich. Vgl. dazu Oxenius, Katharina: Vom Promenieren zum Spazieren.Zur Kulturgeschichte des Pariser Parks. Tübingen 1992, siehe S. 66 ff.