2003, Heft 2
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ist dem Erkennen und Unterscheiden von Materialien sowie deren Verfalls-bzw. Veränderungsprozessen gewidmet. Letztere werden im daran an-schließenden Kapitel auf ihre äußeren Faktoren hin befragt, was u.a. in Formpraktischer Hinweise bezüglich Klima, Lichtverhältnisse etc. im Rahmender musealen Bewahrung von Gegenständen konkretisiert wird. Die weite-ren Kapitel sind folgenden Werkstoffen gewidmet: Holz, Papier, Leder,Kunststoffe, Textilien, Eisen, Kupfer, Schwermetalle, Leichtmetalle, Edel-metalle, Silicate, Keramik, Glas, Stein. Es werden jeweils verschiedeneAspekte dieser Werkstoffe behandelt: Geschichte, Herstellungsverfahren,Eigenschaften, Verwendung, Maßnahmen zur Erhaltung etc. Zusätzlicheingestreut sind Kapitel über die mechanischen Eigenschaften der Werkstof-fe und über Korrosion. Den Schluss des Bandes bildet ein ausführlichesLiteraturverzeichnis zu den einzelnen Kapiteln.( SB)
BRACHERT, Eva:„ Hausrat aus Plastic" Alltagsgegenstände aus Kunst-stoff in Deutschland in der Zeit von 1950-1959. Weimar, Verlag undDatenbank für Geisteswissenschaften, 2002, 386 Seiten, zahlr. s/ w- undFarbabb.
Eva Brachert beschäftigt sich in ihrer volkskundlichen Dissertation mitAlltagsgegenständen aus Kunststoff und verfolgt dabei das Ziel, am Phäno-men ,, Hausrat aus Plastic" die soziokulturellen und wirtschaftlichen Zusam-menhänge der 1950er Jahre in Deutschland zu verankern. Sie fragt danach,wie Kunststoffgegenstände in den zeitgenössischen Lebensstil integriertwurden und wie sie dazu beitrugen, eine ,, neue, bunte, gesellige, großzügigeLebenskultur"( S. 17) zu befördern und dafür auch als Leitmotiv zufungieren. Die Verwendung von Kunststoffen im häuslichen Alltag war eineMöglichkeit, sich von traditionellen Lebensformen und Geschmackskultu-ren zu lösen und einen modernen Lebensstil zu praktizieren. In diesemKontext spielten nicht nur neue Konsummuster, sondern auch neue Leitbil-der von der Hausfrau eine Rolle. Ähnlich wie die zunehmend in denKonsumhorizont rückenden haushaltstechnischen Hilfsmittel galten auchdie Haushaltsgegenstände aus Kunststoff als Rationalisierungsmittel und alsInsignien des modernen, pflegeleichten Haushalts. Die zeitliche Beschrän-kung der Studie auf die 1950er Jahre begründet die Autorin mit der danacherfolgten Veralltäglichung der Kunststoffe, die die zuvor ausgiebigen Dis-kussionen um Funktion und Bedeutung der neuen Materie weitgehenderübrigte. Eingebettet ist die Untersuchung in die Geschichte der Kunststof-